von Bohne zu Bohne

"von Bohne zu Bohne" ist der Podcast, der zufällige Begegnungen in außergewöhnliche Geschichten verwandelt.

Charlotte weiß vorher nichts über unsere Gäste. Kein Name, keine Informationen, keine Vorbereitung. Ihre Fragen an die Gäste, werden ungefiltert wie Deine Fragen sein. Sania dagegen kennt die Gäste im Voraus. Ihre Fragen graben tiefer und decken Geheimnisse auf.

Unser Ziel? Jeder Mensch hat eine besondere Geschichte. Hier teilen Fremde ihre tiefsten Erlebnisse und Geheimnisse, und Du bist hautnah dabei.

Bist Du bereit, Dich überraschen zu lassen?

Haftungsausschluss:
Charlotte Jader und Sania Jader übernehmen keine Haftung für rechtliche, physische oder psychische Folgen, die aus den dargestellten Inhalten entstehen können.

Impressum:
(Dieses Impressum gilt auch für unsere Social Media Auftritte auf TikTok, Facebook und Instagram)
Jader & Jader Gbr
Charlotte Jader & Sania Jader
Wedenberg 2
23909 Ratzeburg
Deutschland
Keine Pakete oder Päckchen - Annahme wird verweigert!


von Bohne zu Bohne

„Wenn einem jemand sagt, dein Baby stirbt, dann zerbricht einfach im ersten Moment alles.“
Jacquelines Tochter kommt in der Schwangerschaftswoche 22+2 zur Welt.
Doch ihre Geschichte beginnt schon lange vor diesem Tag.
Jacqueline kann auf natürlichem Weg nicht schwanger werden. Beim zweiten Versuch einer künstlichen Befruchtung tritt eine Schwangerschaft ein.
Doch noch bevor sie davon erfährt, liegt Jacqueline selbst im Krankenhaus.
Ihr Körper reagiert mit einem schweren Überstimulationssyndrom auf die Behandlung.
Sie lagert immer mehr Flüssigkeit ein.
Ihre Nieren hören auf zu arbeiten.
Ihre Sauerstoffsättigung fällt auf 70 Prozent.
Insgesamt werden später zehn Liter Flüssigkeit aus ihrem Bauchraum abgelassen.
Und mitten in dieser Situation erfährt sie:
Sie ist schwanger.
„Wir haben geweint. Also mein Mann und ich, wir haben wirklich geweint.“
Die Schwangerschaft stabilisiert sich.
Die Wassereinlagerungen verschwinden.
Jacqueline beginnt zu glauben, dass jetzt endlich die Zeit kommt, auf die sie so lange gewartet hat.
„Jetzt fängt endlich die schöne Zeit der Schwangerschaft an.“
Doch in Schwangerschaftswoche 21+2 wird bei einer Untersuchung festgestellt, dass ihr Gebärmutterhals extrem verkürzt ist.
Jacqueline muss sofort ins Krankenhaus.
Ein Pessar wird eingesetzt.
Am nächsten Tag wird sie trotz eines harten Bauchs und eines Ziehens in der Leistengegend entlassen.
Ihre Nachbarin schreibt ihr später:
Das hört sich nach Wehen an.
Vier Stunden nach ihrer Entlassung ist Jacqueline wieder in der Klinik.
Ihr Muttermund ist bereits geöffnet.
Von diesem Moment an überschlagen sich die Ereignisse.
Ein Hubschrauber soll sie in eine Uniklinik bringen, kann wegen des Schnees aber nicht landen.
Also wird Jacqueline anderthalb Stunden mit Blaulicht dorthin gefahren.
Ihre Fruchtblase wird bei einer Untersuchung verletzt.
Sie verliert Fruchtwasser.
Sie bekommt Blutungen.
Dann setzen heftige Wehen ein.
Innerhalb von 20 Minuten ist ihre Tochter da.
Jacqueline weiß danach nicht einmal, ob ihr Kind lebt.
„Lebt mein Baby?“
Niemand kann ihr zunächst eine Antwort geben.
Bis drei Menschen mit einem Inkubator den Raum betreten.
Darin liegt ihre Tochter.
380 Gramm schwer.
Intubiert.
Überall Kabel und Schläuche.
Und für Jacqueline trotzdem:
„Vom ersten Moment an das schönste Kind auf der ganzen Welt.“
Am nächsten Tag reißt die Lunge ihrer Tochter. Sie entwickelt einen Pneumothorax.
Die Ärzte wissen nicht, ob die notwendige Drainage bei einem so kleinen Kind funktionieren wird.
Sie funktioniert.
Doch die Überlebenschance ihrer Tochter liegt zu diesem Zeitpunkt bei nur fünf Prozent.
Jacqueline und ihr Mann lernen deshalb, nicht an morgen zu denken.
Nicht einmal an die nächste Stunde.
Ihr Satz wird:
„Im Moment ist alles gut.“
Bis zum elften Lebenstag.
Da bittet der Oberarzt Jacqueline in einen Raum und sagt ihr, dass die Werte ihrer Tochter extrem schlecht sind.
Wenn sie ihr Kind noch taufen lassen möchten, dann in den nächsten Stunden.
Die Ärzte gehen davon aus, dass sie die kommende Nacht nicht überleben wird.
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt! #vonbohnezubohne

2 days ago | [YT] | 7

von Bohne zu Bohne

„Was soll ich raus, wenn ich nicht akzeptiert werde?“
Dieser Satz von Simone zeigt für unser sehr deutlich, was Ausgrenzung mit einem Menschen machen kann.
Simone lebt mit Neurofibromatose Typ 1. Bei ihr zeigt sich die seltene genetische Erkrankung vor allem durch zahlreiche Fibrome auf der Haut. Ihre Diagnose erhält sie bereits im Alter von zwei bis drei Jahren. Als kleines Kind spielt ihr Aussehen für sie und andere Kinder kaum eine Rolle.
Das ändert sich in der Schule.
Freundschaften lösen sich.
Mitschüler grenzen sie aus.
Bei Klassenfahrten müssen Lehrer andere Kinder dazu auffordern, Simone in ihre Gruppe aufzunehmen.
Und Simone merkt trotzdem, dass sie dort nicht erwünscht ist.
„Ich habe mich ja im Grunde nicht verändert.“
Dieser Satz ist uns besonders hängen geblieben.
Denn irgendwann reagiert Simone auf die Ablehnung, indem sie sich selbst immer weiter aus dem Leben zurückzieht.
Sie geht weniger raus.
Meidet Menschen.
Isoliert sich.
Nicht, weil sie das möchte.
Sondern weil sie die Blicke und die Ausgrenzung nicht mehr erleben möchte.
Heute hat sich ihr Blick verändert.
„Warum muss ich mich überhaupt verstecken?“
Simone zeigt sich auf Social Media. Sie spricht offen über Neurofibromatose. Sie beantwortet Fragen von Betroffenen und Eltern betroffener Kinder. Und plötzlich erlebt sie etwas, das lange gefehlt hat:
Menschen kommen auf sie zu.
Sie wollen sie kennenlernen.
Es entstehen Freundschaften.
Besonders spannend: ihr Blick auf Kinder.
Wenn Kinder ihre Haut sehen, fragen sie.
Simone erklärt ihnen, was sie hat.
Und dann ist das Thema oft erledigt.
„Die Kleinen, die beurteilen nicht.“
Von Erwachsenen erlebt sie dagegen bis heute Blicke, Wegdrehen und Kommentare.
Deshalb geht es in dieser Folge um mehr als eine seltene Erkrankung.
Es geht darum, was unser Blick auf Menschen mit ihnen machen kann.
Und um Simones Wunsch:
„Dass die Menschen einfach mehr Respekt haben vor jedem, egal wie er aussieht, wo er herkommt, und nicht vorher beurteilen.“
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt! #vonbohnezubohne

1 week ago | [YT] | 16

von Bohne zu Bohne

„Seht ihr, ich habe euch doch gesagt, er ist dumm.“
Diesen Satz sagt ein Lehrer vor 41 Kindern über Elijah.
Der Lehrer weiß zu diesem Zeitpunkt, dass Elijah nicht lesen kann. Er weiß von seinen
Schwierigkeiten. Trotzdem lässt er ihn vor der Klasse lesen und nutzt den Moment
anschließend, um ihn bloßzustellen.
Elijah ist Legastheniker, sehbehindert und im Autismus-Spektrum.
Schon früh erlebt er, was passiert, wenn ein Kind nicht in die vorgesehenen Strukturen
passt.
Er wird als „kompliziert“ und „schwierig“ beurteilt.
Er wird ausgegrenzt.
Gemobbt.
Von einem Lehrer vor der Klasse an der Gurgel gepackt, hochgezogen und in seinen Stuhl
geschmissen.
Über seine Schulzeit sagt Elijah heute:
„Ich nehme das Wort bewusst: überlebt.“
Und diese Erfahrungen bleiben.
Das „Du bist dumm“.
Das „Du kannst nichts“.
Das Gefühl, nicht in dieses System zu passen.
Gleichzeitig gibt es in seinem Leben Menschen, die etwas anderes sehen.
Seine Familie fördert ihn.
Er findet Halt im Sport.
Er wird Deutscher Meister und Vizeweltmeister, gehört im Boxen zum Olympiakader.
Dann beendet eine Erkrankung seine geplante Karriere im Leistungssport. Bei einer
Führerscheinuntersuchung erfährt er außerdem, dass er nur rund zehn Prozent Sehkraft hat.
Also sucht Elijah einen neuen Weg.
Er findet ihn in der Musik, in der Kunst und im Schreiben.
Ausgerechnet der Mensch, über den ein Lehrer vor der ganzen Klasse sagte, er sei dumm,
studiert später Musik und Kunst und schreibt ein Buch.
Teile dieses Buches werden sogar für französische Schulbücher angefragt.
In unserem Gespräch geht es deshalb auch um die Frage, was passiert, wenn wir
Menschen jahrelang anhand dessen beurteilen, was sie nicht können.
Und was wir übersehen, wenn wir nur danach fragen, wie gut jemand in ein bestehendes
System passt.
Elijah sagt heute über sein Anderssein:
„Ich habe das dann im Endeffekt als das Anderssein zusätzlich betrachtet, weil ich eben
anders bin und auch dann als eine Superkraft quasi ausgelegt.“
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#vonbohnezubohne

2 weeks ago | [YT] | 16

von Bohne zu Bohne

„Man kann dich einsperren, aber man kann dir deine Entscheidung nicht nehmen.“
Dirk sitzt in einer Gefängniszelle, als er eine Entscheidung trifft, die sein Leben verändert.
Jahrzehnte zuvor sieht sein Leben noch völlig anders aus.
Mit 17 entdeckt er seine Leidenschaft für Billard. Wenige Jahre später spielt er in der ersten
Bundesliga und wird mit seiner Mannschaft deutscher Vizemeister.
Dann legt er den Sport zur Seite. Er möchte sich ein Leben außerhalb des Billards aufbauen.
Und irgendwann konsumiert er zum ersten Mal Crack.
„Das war tatsächlich wie eine Explosion im Kopf.“
Aus einzelnen Erfahrungen mit Kokain entwickelt sich eine Abhängigkeit. Wenige Monate später konsumiert Dirk täglich. Später kommt Heroin dazu.
Er verliert seine Arbeit.
Seine Wohnung.
Er verbringt fast 20 Jahre in der Hamburger Drogenszene.
Mehrfach landet er im Gefängnis. Schließlich erhält er wegen wiederholten Fahrens ohne
Fahrschein eine einjährige Haftstrafe.
Dort lässt er sich vom Methadon abdosieren.
Und kurz vor seinem 50. Geburtstag liegt er nachts wach.
Er denkt an sein früheres Leben.
An seine Erfolge.
An die Menschen, die er kannte.
An den Billardsport.
Und an einen Satz, den er Jahre zuvor gesagt hatte:
„Mit 50 möchte ich hier aber nicht mehr stehen.“
Jetzt ist er fast 50.
In dieser Nacht entscheidet Dirk, clean zu leben.
Am nächsten Morgen erzählt er einem Mitgefangenen davon. Der lacht ihn aus. Dirk antwortet: „Es wird aber so kommen.“
Über sechs Jahre später ist Dirk weiterhin clean.
Doch seine Geschichte endet nicht damit.
Er macht eine Therapie, sucht sich eine Wohnung, baut sich einen neuen Freundeskreis auf und findet zurück zum Billard.
Dann passiert etwas, das sich kaum planen lässt.
31 Jahre nachdem Dirk norddeutscher Meister wurde, steht er wieder im Finale der Norddeutschen Meisterschaft. Sein Gegner ist derselbe Mann wie damals. Dirk gewinnt erneut. Heute möchte Dirk seine Geschichte nutzen, um über Drogenabhängigkeit und
Wohnungslosigkeit zu sprechen.
Und um an etwas zu erinnern, das während seines Gesprächs immer wieder spürbar wird:
„Jeder Mensch hat seine Geschichte.“
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#vonbohnezubohne

3 weeks ago | [YT] | 14

von Bohne zu Bohne

„Ich höre sie bis heute sagen: Jetzt kommt mein Tod.

Dieser Satz stammt aus unserem Gespräch mit Angelika. Sie hat ihre Freundin Käthe an
ihrem letzten Lebenstag begleitet. Bis zu ihrem letzten Atemzug.
Käthe war 94 Jahre alt.
Sie war nicht unheilbar krank.
Sie entschied sich für einen ärztlich assistierten Suizid, weil sie ihr Leben als erfüllt empfand
und ihre Selbstbestimmung verlieren sah. Über viele Jahre hatte sie sich für das Recht auf
selbstbestimmtes Sterben eingesetzt.
Angelika beschreibt diesen Tag nicht als hektisch oder von Angst geprägt.
Freunde kamen vorbei.
Es wurde gemeinsam Tee getrunken.
Käthe sprach Gedichte.
Sie sang.
Sie verabschiedete sich von den Menschen, die ihr wichtig waren.
Kurz vor ihrem Tod bedankte sie sich bei allen Anwesenden.
Sie bestätigte mehrfach, dass sie diese Entscheidung selbst trifft.
Bis zum letzten Moment hätte sie ihre Entscheidung zurücknehmen können.
Dann öffnete sie die Infusion selbst.
Unabhängig davon, wie man persönlich zu diesem Thema steht, zeigt diese Geschichte, wie
wichtig es ist, informiert zu sein.
Angelika berichtet, dass viele Menschen gar nicht wissen, welche rechtliche Situation in
Deutschland aktuell gilt. Genau deshalb engagiert sie sich heute für Aufklärung und
beantwortet Fragen rund um das Thema selbstbestimmtes Sterben.
Diese Folge lädt dazu ein, zuzuhören.
Nicht, um eine bestimmte Meinung zu übernehmen.
Sondern um einen Einblick in die Erfahrungen einer Frau zu bekommen, die ihre Freundin
auf ihrem letzten Weg begleitet hat.
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#selbstbestimmung #sterbebegleitung #vonbohnezubohne

4 weeks ago | [YT] | 14

von Bohne zu Bohne

„Nach der 20. Flasche habe ich aufgehört zu zählen.

Dieser Satz stammt aus unserem Gespräch mit Sophia. Und er beschreibt einen Moment, in
dem ihr zum ersten Mal das ganze Ausmaß der Situation bewusst wurde.
Jahrelang lebte sie mit einem Mann zusammen, der alkoholabhängig war.
Jahrelang glaubte sie, dass die nächste Therapie hilft.
Dass der nächste Anlauf gelingt.
Dass es irgendwann wieder so wird wie früher.
Doch Alkoholabhängigkeit betrifft nicht nur die Person, die trinkt.
Sie verändert ganze Familien.
Partnerinnen werden zu Organisatorinnen, Aufpasserinnen und Krisenmanagerinnen.
Kinder lernen früh, dass etwas nicht stimmt.
Und das eigene Leben rückt immer weiter in den Hintergrund.
Besonders bewegt hat uns ein Moment aus Sophias Geschichte.
Ihr Sohn findet eine versteckte Alkoholflasche im Garten und versteckt sie vor seinem Vater.
Ein Kind versucht, die Familie zu schützen.
Später sagt ihr Mann zu ihr:
„Du machst ja sowieso nichts.“
Und genau dieser Satz wird zum Wendepunkt.
Sophia geht.
Nicht, weil sie nicht mehr liebt.
Sondern weil sie erkennt, dass Liebe allein keine Sucht heilen kann.
Und dass sie ihr Kind schützen muss.
Am Ende ihrer Geschichte steht eine Erkenntnis, die viele Angehörige kennen:
Du kannst einen Menschen begleiten.
Du kannst ihn unterstützen.
Aber du kannst ihn nicht retten.
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt! #vonbohnezubohne

1 month ago (edited) | [YT] | 14

von Bohne zu Bohne

🎤 Finja erzählt, wie die Trennung ihrer Eltern alles kippt. „Ab da maßgeblich den Bach runtergelaufen.“Sie beschreibt einen Moment, der sich eingebrannt hat. Der Vater kommt nach Hause, hält ihr eine WhatsApp ins Gesicht. „Deine Mutter will sich von mir trennen.“ Dann sitzt sie weinend auf der Couch. Er lässt sie liegen. Er tröstet nicht.
Danach wird er „von heute auf morgen ein anderer Mensch“. Finja versucht es später mit einem Brief. Er macht sich darüber lustig. Und sie sagt den Satz, der alles zusammenfasst. „Ich hab mich nicht mehr als Kind gefühlt.“

➡️ Jahre später liest sie per Zufall, dass er wegen sexuellem Missbrauch an Minderjährigen angeklagt wurde. „Das war für mich dann der Schlussstrich.“ Später gesteht er es. Finja beschreibt den Moment mit einem Satz, der wehtut und gleichzeitig klar ist. „Es ist irgendwie so ein Stein vom Herzen gefallen.“

🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt! #vonbohnezubohne

1 month ago | [YT] | 13

von Bohne zu Bohne

„Ich habe mich für die Obdachlosigkeit entschieden, weil ich dachte, dort bin ich sicher.“
Dieser Satz stammt aus unserem Gespräch mit Ralf. Und er hat uns nicht mehr losgelassen.
Wenn wir über Stalking sprechen, denken viele an aufdringliche Nachrichten oder unangenehme Begegnungen.
Ralfs Geschichte zeigt, wie viel weiter die Folgen gehen können.

Was als Urlaubsbekanntschaft begann, entwickelte sich über Jahre zu einem Albtraum. Anrufe, Nachrichten, Manipulation, Kontrolle und das ständige Gefühl, beobachtet zu werden. So lange, bis Ralf irgendwann nicht mehr wusste, wem er noch vertrauen kann.

Besonders erschüttert hat uns der Moment, als er nach einer Reise nach Hause kam und seine Wohnung leer vorfand.
Möbel, Kleidung, Erinnerungen, Dokumente.
Alles weg.

Aus Angst entschied er sich gegen seine eigene Wohnung und für die Obdachlosigkeit.
Nicht, weil er keinen anderen Weg sah.
Sondern weil ihm dieser Weg sicherer erschien.
Gleichzeitig ist diese Folge keine Geschichte über das Scheitern.

Sie ist eine Geschichte über Durchhaltevermögen.
Über Menschen, die trotz Scham Hilfe suchen.
Über Menschen, die aufstehen, obwohl sie längst am Boden liegen.

Besonders hängen geblieben ist uns dieser Satz:
„Wenn ich das überlebe, dann helfe ich anderen.“
Heute unterstützt Ralf selbst Menschen, die von Stalking betroffen sind.

🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#vonbohnezubohne

1 month ago | [YT] | 18

von Bohne zu Bohne

„Im Einsatz fühlte ich mich sicherer als in Deutschland.

Als Andreas diesen Satz gesagt hat, mussten wir kurz innehalten. Denn er beschreibt damit
etwas, das viele Menschen vermutlich nicht nachvollziehen können.
Andreas war Soldat.
Er war im Kosovo.
Sieben Mal in Afghanistan.
Er hat Zerstörung gesehen, Massengräber, Anschläge und den Tod von Menschen erlebt. Er
war verantwortlich für Informanten, die ihr Leben riskierten, um Informationen
weiterzugeben.
Doch die Folgen seiner Einsätze zeigten sich nicht erst vor Ort.
Sie begleiteten ihn nach Hause.
Plötzlich war Einkaufen eine Herausforderung.
Ein Hupen im Straßenverkehr konnte Aggression auslösen.
Eine Sirene konnte ihn innerhalb von Sekunden zurück nach Afghanistan bringen.
Besonders bewegt hat uns, wie offen Andreas über seine Erkrankung spricht.
Über Flashbacks.
Über Schuldgefühle.
Über Scham.
Und darüber, wie schwer es sein kann, Hilfe anzunehmen, wenn man gelernt hat, immer
stark sein zu müssen.
Diese Folge ist nicht nur ein Gespräch über Auslandseinsätze.
Sie ist ein Gespräch über die unsichtbaren Folgen von Krieg.
Über Kameradschaft.
Über Verantwortung.
Und über Menschen, die oft erst dann gesehen werden, wenn sie nicht mehr funktionieren.
Uns hat besonders dieser Satz beschäftigt:
„Wenn man gegen die eigene Moral handeln muss, macht einen das krank.“

🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#vonbohnezubohne

1 month ago | [YT] | 10

von Bohne zu Bohne

„Die Schmerzen nach der Operation waren nicht schlimmer als meine Regelschmerzen.

Als Anja diesen Satz sagt, mussten wir kurz innehalten. Denn sie spricht dabei von einer
Operation, bei der ihre Gebärmutter entfernt wurde.
Ihre Geschichte beginnt mit 15 Jahren.
Erste Periode.
Krankenwagen.
Notaufnahme.
Die Ärzte vermuten einen Blinddarmdurchbruch. Statt einer Diagnose bekommt Anja über
Jahre hinweg immer wieder neue Hormone, neue Medikamente und vor allem einen Satz zu
hören:
„Das gehört halt dazu.

Doch ihre Realität sieht anders aus.
Ohnmachtsanfälle.
Wochenlange Blutungen.
Schmerzen, die sie ans Bett fesseln.
Und Ärzte, die ihr sagen, sie würde übertreiben oder sich anstellen.
Mit 16 beginnt sie, sich selbst über mögliche Ursachen zu informieren.
Mit 17 steht für sie fest: So kann es nicht weitergehen.
Mit 21 fährt sie schließlich nach Deutschland zu einem Spezialisten. Dort passiert etwas,
das sie jahrelang vermisst hat.
Jemand hört ihr zu.
Und nach wenigen Minuten Untersuchung findet der Arzt, wonach sie jahrelang gesucht hat:
Eine Erklärung.
Eine Diagnose.
Und eine Lösung.
Diese Folge zeigt, was passiert, wenn Schmerzen normalisiert werden, obwohl sie es nicht
sind.
Und wie viel Kraft es kostet, weiter für sich selbst einzustehen, wenn dir jahrelang niemand
glaubt.
🔗 Du findest die Folge auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt!
#vonbohnezubohne

2 months ago | [YT] | 17