Wiebke Wiedeck - Psychology for Life
sie/ihr

Why do some relationships work and others don't, no matter how much we want them to? Why do we react the same way in certain situations, again and again, even when we wanted to do things differently? And what does that have to do with what we learned early on about ourselves, about others, about the world?

I'm Wiebke Wiedeck, psychologist, senior coach and author. For over 35 years I've been supporting people in understanding themselves more deeply and growing from that understanding. On this channel I share my knowledge and experience: on inner patterns, relationships, boundaries, self-worth, trauma, high sensitivity, and how society shapes us, often without us even noticing.
Psychology doesn't belong only in therapy. It belongs in the middle of life.
You'll also find additional inspiration and deeper impulses in my books.
Warmly, Wiebke Wiedeck


Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Liebe Community,
wie ihr vielleicht wisst, läuft aktuell meine erste Coachingausbildung - seit Februar 2026.
Nach dem vierten Wochenende habe ich die Teilnehmerinnen gebeten, mir einen Feedbacksatz zu schreiben, der erzählt, was das Besondere meiner Ausbildung ist.
Kerstin - eine der Teilnehmenden - schrieb mir folgende Zeilen:

____

"Liebe Wiebke,

du möchtest einen kurzen Satz von uns und ich sitze hier und merke, dass ich genau den gerade nicht finde. Vielleicht, weil das, was diese Reise mit mir macht, längst nicht mehr in einen schönen Satz passt.

Ich bin nach diesem Wochenende noch immer völlig überwältigt davon, was da eigentlich mit uns, und mit mir, passiert.

Als ich mich für diese Ausbildung entschieden habe, wusste ich, dass ich mich auf mehr einlasse als darauf, Methoden zu lernen und zu erfahren, wie ich Menschen gut begleiten kann. Ich wusste, dass diese Reise auch nach innen gehen würde. Und trotzdem lässt sich vorher wohl kaum erfassen, was es bedeutet, wenn man tatsächlich mittendrin ist.

Da ist so viel Lernen und gleichzeitig so viel mehr als Lernen. Ich darf fühlen, ausprobieren, mich zeigen, mich hinterfragen, an Grenzen kommen, neue Seiten an mir entdecken und manchmal Dinge über mich verstehen, für die ich vorher noch nicht einmal Worte hatte. Ich nehme von jedem Wochenende etwas mit, das weit über Wissen hinausgeht. Manches verstehe ich sofort. Manches arbeitet noch lange in mir weiter. Und manches verändert einfach etwas in mir, ohne dass ich überhaupt genau benennen könnte, was da gerade passiert ist.

Was mich dabei immer wieder tief berührt, ist, dass es diesen Raum überhaupt gibt.
Einen Raum, in dem wirklich alles da sein darf. Nicht nur das Schöne, Leichte und Starke. Wir lachen miteinander und wir weinen miteinander. Wir öffnen uns. Und manchmal öffnen wir dabei auch die Abgründe unserer Seele. Wir zeigen einander Seiten von uns, die verletzlich sind, schmerzhaft, vielleicht auch unbequem oder schwer auszuhalten. Und nichts davon ist „zu viel“.

Da darf Freude sein und Schmerz. Angst, Wut, Traurigkeit, Scham, Leichtigkeit, Stärke, Unsicherheit, all das, was eben zu uns gehört. Es muss nichts schnell wieder gut werden. Niemand muss eine Emotion kleiner machen, damit sie für die anderen angenehmer wird. Sie darf da sein. Wir dürfen da sein.

Und dabei zu erleben, mit wie viel Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit all dem begegnet wird, empfinde ich als unglaublich kostbar.

Und dann sind da diese großartigen Frauen.

Wir sind so unterschiedlich, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Erfahrungen, ihren hellen und ihren dunklen Seiten. Und wir lassen einander daran teilhaben. Wir lernen miteinander und voneinander, spiegeln und fordern uns heraus, halten einander aus und manchmal vielleicht auch einfach nur fest. Wir lachen Tränen und wir weinen Tränen. Und mit jedem Wochenende wächst dieses Vertrauen, miteinander auch dorthin gehen zu dürfen, wo es wirklich tief wird.

Ich glaube, ich habe selten einen Raum erlebt, in dem so viel Menschsein gleichzeitig Platz haben darf.
Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Reise: Ich lerne nicht einfach, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten. Ich darf selbst erleben, wie es sich anfühlt, gesehen, gehalten, herausgefordert und berührt zu werden und daran zu wachsen.

Und nach vier Ausbildungswochenenden sitze ich hier, bin immer noch völlig geplättet und denke eigentlich nur: Wow.
Was für ein Geschenk, dass es diesen Raum gibt.
Was für ein Geschenk, dass wir uns darin so begegnen dürfen.
Was für ein Geschenk, diese Frauen auf dieser Reise an meiner Seite zu haben.
Und was für ein Geschenk, dass du diesen Raum für uns geschaffen hast und uns darin begleitest.

Ich weiß nicht, ob das jetzt das „kurze Feedback“ war, das du dir vorgestellt hast. 😉 Aber ich merke gerade: Weniger wäre einfach nicht das gewesen, was ich dir eigentlich sagen möchte.

Danke. Wirklich. ❤️

Kerstin
______

Mich haben diese Zeilen sehr berührt und ich möchte sie mit Euch teilen. Denn sie beschreiben, dass meine Ausbildung vor allem eine Erkenntnis - Reise zu sich selbst ist, die dir ermöglicht, dich auf ganz besondere Weise wahrzunehmen, weiterzuentwickeln und ja, auch zu heilen.
Und wenn du magst, kannst du mit dieser Ausbildung auch andere Menschen unterstützen. Aber du musst es nicht. Du darfst diese Reise auch nur für dich antreten.

Mehr Infos zur laufenden Ausbildung findest du hier:
wiebkewiedeck.de/coachingausbildung/

Möchtest du Infos für die Ausbildung 2027?

Dann schreib mir gern eine Mail an
info@wiebkewiedeck.de

Anbei ein kurzer Einblick in unser pferdegestütztes Wochenende, das Teil der Ausbildung ist.

Ich freue mich auf deine Nachricht.

Herzlich.
Wiebke

#coachingausbildung #weiterbildung #psychologie #persönlichkeitsentwicklung

1 day ago | [YT] | 2

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Du siehst es. Du weißt es. Du könntest es jederzeit aussprechen. Und trotzdem lebst du weiter, als hättest du es nie gewusst.

Die Beziehung, in der du längst nicht mehr glücklich bist. Der Job, der dich seit Jahren aushöhlt. Das Gespräch mit ihm, das du seit Monaten vor dir herschiebst. Der Blick auf dein Konto, den du vermeidest. Der Anruf beim Arzt, den du immer wieder verschiebst.

Wir nennen so etwas oft Verdrängung, aber das ist es meistens gar nicht. Verdrängung ist, wenn du es wirklich nicht mehr weißt. Dein Gehirn hat dann für Fakten, Wünsche oder Erlebnisse einen Platz in deinem Unterbewusstsein gefunden, an den du gar nicht wirklich herankommst.

Worüber ich hier schreibe, ist etwas anderes: Verleugnung. Die Fakten sind da. Vollständig. Nur die Konsequenz wird abgetrennt.

Warum tun wir das? Weil das Wissen zu groß erscheint. Weil wir glauben, wenn wir die Realität nicht weiter ignorieren, müssen wir sofort handeln. Uns trennen. Kündigen. Alles umwerfen. Und weil das zu viel ist, weil die Folgen unserer Ehrlichkeit uns selbst gegenüber zu komplex erscheinen, geben wir es lieber gar nicht erst zu. Vor allem nicht uns selbst gegenüber.

Aber hier liegt der psychologische Trick, den viele nicht kennen: Erkenntnis und Handlung sind zwei verschiedene Schritte. Du darfst wissen, was du weißt, ohne dass daraus sofort etwas folgen muss.

"Ich weiß es. Ich realisiere es. Ich ignoriere es nicht mehr. Und ich muss jetzt trotzdem noch nichts damit tun."

Dieser eine Satz nimmt der Verleugnung ihre Aufgabe. Sie schützt uns ja nur vor dem, was wir uns nach der Erkenntnis als Folge selbst auferlegen würden. Wenn die Erkenntnis nichts erzwingen muss, wird sie tragbar.

Und dann, irgendwann, ergibt sich das Handeln von selbst. Aus einem Ort, der nicht mehr Vermeidung ist, sondern Klarheit. 💛

#verleumdung #verdrängung #psychologie

1 week ago | [YT] | 43

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Was bedeutet eigentlich Weiblichkeit?

Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht: ausgelöst durch einen Kommentar, in dem ein Mitglied dieser Community sich öffnete und schrieb, sie fühle ihre Weiblichkeit kaum. Auch wenn sie sich „weiblich" kleide, sei da kein Gefühl.

Und ich habe gemerkt: Ich kann die Frage für mich selbst gar nicht so leicht beantworten.

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der alles Weibliche abgewertet wurde. Mein Vater hat seine eigene Mutter gehasst, und dieser Hass richtete sich auf alles, was weiblich war. Bis ich vierzig war, hat er mich abgewertet, weil ich eine Frau bin. Solange, bis ich den Kontakt abbrechen musste, um endlich frei zu werden von seiner Geschichte, die nicht meine ist.
"Frauen könnten nichts, kriegten nichts hin!" - damit bin ich aufgewachsen.

Was hat das im Bezug auf meine Weiblichkeit mit mir gemacht?
Viel? Gar nichts?

Ich habe mich nie besonders über Weiblichkeit definiert. Die Dinge, die gesellschaftlich als typisch weiblich gelten — Shoppen zum Beispiel — haben mich noch nie interessiert. Trotzdem fühle ich mich als Frau. Ich könnte nur schwer sagen, woran ich das festmache.

Am ehesten hat es für mich mit meinem Verhältnis zu meinem eigenen Körper zu tun. Mit Sinnlichkeit. Mit Kreativität, wobei es natürlich auch eine männliche Kreativität gibt.

Was mich beschäftigt: Ist Weiblichkeit eine gesellschaftliche Erwartung, die wir übernommen haben? Eine Vorstellung davon, wie wir uns fühlen sollten? Oder ist es etwas, das von innen kommt, unabhängig von biologischen Zuschreibungen?

Ich habe darauf keine fertige Antwort. Mir persönlich ist die Frage nicht besonders wichtig. Aber ich weiß, dass sie für viele Frauen sehr wichtig ist. Und deshalb interessiert mich, wie ihr das seht.

Wie definiert ihr Weiblichkeit für euch? Hat es mit dem Körper zu tun? Mit Sexualität? Mit einem Gefühl? Mit Zugehörigkeit? Oder mit gar nichts davon?

Und falls Männer mitlesen: Was bedeutet Männlichkeit für euch?

Ich bin wirklich neugierig. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch.
Danke für Eure Gedanken. 💛


#weiblichkeit #sinnlichkeit #psychologie

2 weeks ago | [YT] | 28

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Es gibt ein psychologisches Phänomen, das im Alltag ständig um uns herum passiert und das wir meistens übersehen: der kurze, echte Kontakt mit Menschen, denen wir nur flüchtig begegnen. Der Frau an der Kasse. Dem Kellner. Dem Paketboten. Der Nachbarin im Hausflur.

Ein Dankeschön, das den Blick sucht. Eine ehrliche, wirkliche Nachfrage. Ein Satz, der eine richtige Begegnung ist und nicht nur eine Floskel.

Ich mache das oft und ich merke jedes Mal, wie sehr diese Momente etwas mit mir und mit der anderen Person machen. Manchmal ist es ein kurzes Auflachen an der Supermarktkasse, manchmal ein kleiner Satz, der bleibt. Ein Gefühl von: "Wir haben kurz einen Moment miteinander erlebt. Und das war schön."

Die Forschung sagt: Genau solche flüchtigen Momente steigern das Wohlbefinden beider Beteiligter. Auch bei introvertierten Menschen. Auch bei denen, die vorher überzeugt waren, sie wollten das gar nicht.

Wir übersehen so leicht, dass da ein Mensch steht:
Der Kassiererin tut der Rücken weh. Der Kellner hat gleichzeitig zwanzig Tische im Kopf und ein krankes Kind, das zu Hause auf ihn wartet. Der Paketbote klingelt heute wahrscheinlich zum hundertsten Mal. Oder vielleicht auch zum letzten Mal, weil sich ab morgen seine Route ändert.

Im Alltag laufen viele Begegnungen automatisch ab, häufig mit dem Handy in der Hand. Jede davon wäre ein möglicher Moment, in dem etwas Menschliches passieren könnte. Einfach ein Blick, ein Satz, eine kleine Zuwendung, ein Lächeln, ein "Dankeschön".

Versuchst du es morgen mal? Und schreibst mir und uns, wie es war?

#menschlichkeit #psychologie #miteinander #respekt

3 weeks ago | [YT] | 58

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Hallo Ihr Lieben,
heute mal eine ganz persönliche Nachricht.

Meine letzten Wochen waren schwer und emotional unglaublich anstrengend. Meine nun schon 12 jährige Hündin Pixeline, die ihr von vielen Videos kennt, hatte ihre zweite, sehr schwere OP dieses Jahr. Ihr mussten 13 Zähne herausoperiert werden, da der Kiefer vereitert war. Sie lag vier Stunden in Narkose und ich dachte wirklich, dass sie das nicht mehr schaffen wird. Doch auch wenn jetzt immer noch nicht alles ganz gut ist, kämpft sie sich -Step by Step -, wieder ins Leben zurück.

Zeitgleich erhielt ich die Nachricht, dass meine geliebte Blue, meine Stute, die nun schon seit 17 Jahren an meiner Seite ist, eine schwere Augenerkrankung hat. Ihr wundervolles, blaues Auge, das ich so sehr liebe, muss morgen, am Montag, herausoperiert werden. Ich bin natürlich froh, wenn sie nach der OP ein schmerzfreies Leben hat. Und doch nimmt mich das unfassbar mit.

Kein Wunder, dass mich dann noch eine Sommergrippe komplett aus der Bahn warf - mein Körper verlangte, dass ich mich schone, um alles zu verarbeiten.

Wenn es mir nicht gut geht, schreibe ich. Gedichte, Essays - alles, was aus dem Stift raus will, wenn ich ihn in der Hand halte und er zum Sprachrohr meiner Seele wird.
So ist das nachfolgende Gedicht entstanden.

Ich weiß, es passt nicht zu Sommer und Sommervibes, aber es ist nunmal gerade meine Realität und sollte es dir momentan auch nicht so gut gehen, dann fühl dich gesehen und verstanden.

___________________________

Sorgen

Dunkle Fäden, die wie Spinnweben das Herz umschnüren.
Als zähe Masse kleben sie direkt hinter den Augen.
Sie lassen jedes Lachen gefrieren und die Tränen brennen.
Ganz selbstverständlich schleichen sie sich
in deine Träume,
verbittern dir Hoffnung und Freude.

Wie alte Bekannte sitzen sie am Frühstückstisch,
essen deine Brötchen und rülpsen laut.
Sie nisten sich ein in deinem Leben,
und wenn sie erst da sind, werden sie immer mehr.
Du kannst sie nur schlecht ignorieren,
und wie viel Mühe du dir auch gibst, sie wegzulächeln –
sie lösen sich nicht einfach auf.

Irgendwann hast du das Gefühl,
du bist sie und sie sind du.
Doch auch wenn du sie nicht abschütteln kannst,
glaub ihnen nicht und ihrem Singsang,
der dir deine Lebenskraft – sirenengleich – aus deinen Adern lockt.
Sie sind nicht dein Leben,
auch wenn sie es gern wären.

Wie lästigen Besuchern darfst du ihnen kurz zunicken,
vielleicht einmal lächeln und dann
weise ihnen beherzt die Tür.
Lass dir von ihnen nicht dein Leben besetzen.
Sie werden es dir nicht danken.
Im Gegenteil.

Wie Blutsauger werden sie sich vermehren
und jede Hoffnung in dir im Keim ersticken.
Schick sie weg.
Lass sie gehen.
Und verrammle Herz, Tür und Verstand,
auf dass sie nicht dein Leben vergiften.
_______________

Die Fotos zeigen meine Hündin Pixeline, und meine Stute Blue mit ihren so wundervollen, unterschiedlichen Augen. Ab morgen wird sie eine Piratin sein und ich bin schon auf der Suche nach einer coolen Augenklappe für sie.

Doch eine offene Frage in die Runde:
Was macht ihr, wenn ihr große Sorgen habt? Schreibt ihr? Oder putzt die Wohnung? Bügelt ihr oder lenkt ihr euch ab?
Vielleicht können wir hier alle voneinander lernen, wie wir durch schwere Zeiten segeln können.


#krisen #schwerezeiten #psychologie #sorgen #sorgenmeistern

4 weeks ago (edited) | [YT] | 84

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Fast jede Frau hat irgendwo so eine Kiste.

Fotos von einer Version ihrer selbst, die sie kaum noch wiedererkennt oder schmerzlich vermisst. Die mit 22 auf dem Festival. Die barfuß. Die frech in die Kamera lachende. Die, die noch nicht wusste, was noch alles kommt.

Und dann kam das Leben dazwischen. Beruf. Verantwortung. Anpassung. Vielleicht Mutterschaft. Vielleicht einfach die leise Erwartung, vernünftig zu werden?

Die Frage ist nicht, wie wir wieder 22 werden. Das wollen wir vielleicht auch gar nicht. Die Frage ist: Wo genau haben wir aufgehört, sie zu sein?

Wo ist deine hin? Und was von ihr will zu dir zurück? 💚

Foto: Ich, 1996



#frausein #psychologie #reflexion

1 month ago | [YT] | 30

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Ein Wort, das sich die Welt bei uns geliehen hat

Neulich hörte ich im Radio, das Wort "Schadenfreude" gebe es nur im Deutschen. Das stimmt so nicht ganz, und die Wahrheit ist fast noch interessanter.

Viele Sprachen haben ein eigenes Wort dafür, meist genauso gebaut wie unseres: aus "Schaden" und "Freude". Die Dänen sagen skadefryd, die Niederländer leedvermaak, die Finnen vahingonilo. Schon Aristoteles kannte vor über 2000 Jahren das griechische epichairekakia.

Nur das Englische hat kein eigenes gebräuchliches Wort dafür. Die EngländerInnen empfinden Schadenfreude natürlich genauso wie alle anderen, aber ihre Sprache schweigt dazu. Also haben sie sich kurzerhand unser deutsches Wort geliehen. "Schadenfreude" steht heute ganz offiziell im englischen Wörterbuch.

Warum haben so viele Kulturen ein Wort dafür? Weil das Gefühl zutiefst menschlich ist. Die Forschung zeigt: Schadenfreude hängt eng mit unserem Selbstwert zusammen. Sie wird stärker, wenn wir uns klein oder bedroht fühlen und schwächer, wenn wir mit uns im Reinen sind. Beobachtet wurde sie übrigens schon bei Kleinkindern.

Schadenfreude ist also eher ein leises Signal, das uns zeigt, wo unser Selbstwert gerade Zuwendung braucht.

Ein schöner Gedanke fürs Wochenende, finde ich.

#schadenfreude #selbstwert #psychologie

1 month ago | [YT] | 25

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Wir Frauen denken so oft darüber nach, ob wir richtig sind. Ob das, was wir tun, okay ist. Was die anderen wohl davon halten. Und dabei bemerken wir gar nicht, was wir uns damit im Laufe der Jahre alles nicht mehr erlauben. Ein kleiner Impuls aus dem Sommer. 💚

#frausein #freisein


www.youtube.com/shorts/y4AoLs...

1 month ago | [YT] | 5

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Loslassen

Loslassen.
Ein Buch geht. Ein Sohn geht. Eine Beziehung geht. Die fruchtbaren Jahre gehen. Ein Tier geht. Ein Mensch geht. Ein Lebensabschnitt geht.
Leben ist Vergänglichkeit. Der Schmerz sitzt im Herz. Und in der Lunge. Und hinter den Augen. Da sitzen die Tränen, die heraus sollen oder wollen. Und vielleicht nicht können.
Du begleitest deinen Sohn zum Flughafen. Und bist tapfer. Du schreibst einen Abschiedsbrief an den, den du verlassen musst, und bist tapfer. Du begräbst, was begraben werden muss, und bist tapfer. Du sitzt still im Garten in all dem Blühen und dem Vergehen und dem Wachsen und der Vergänglichkeit und versuchst zu lächeln. Und zu atmen. Und den Moment zu genießen. Der immer und immer wieder den Abschied vorbeibringt.
Das ist so bitter, dass du schreien möchtest. Und doch weißt du: Es gehört dazu.

Loslassen kostet manchmal mehr Kraft, als festzuhalten. Du fühlst dich wie mitten im Auge eines Sturmes. Da sitzt du. Klein, verloren und still. Und um dich herum tobt der Orkan. Der Orkan deiner Gefühle. Und du denkst, wenn du wieder hinaustrittst in diese Welt, durch diesen Orkan, wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.

Du weißt das, deshalb sitzt du da. Allein. Und still. Inmitten des Schmerzes.

Loslassen. Aber wie?


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Wiebke Wiedeck/2025



#wiebkewiedeck #loslassen #abschied #trauer

1 month ago | [YT] | 50

Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben

Frankfurt Hautbahnhof.

Nachdem ich ein Zweitages-Seminar geleitet habe, bin ich nun kaputt und zufrieden und freue mich gemeinsam mit meinem Koffer und zwei Taschen auf zu Hause.

Ich steige aus dem Taxi und kämpfe mich mit meinem Gepäck durch den rappelvollen Bahnhofsvorplatz.

Inmitten der Menschen liegt ein Mann auf der Seite, unter sich keine Decke, seine linke Hand zuckt unregelmäßig. Ich stutze. Schaue mich um. Niemand schaut hin.
Niemand interessiert`s.
Weder einen der vielen Menschen, die sich auf dem Platz fast gegenseitig treten, noch einen der Fahrer der mindestens fünfzig Taxen, die sich direkt vor der Nase des liegenden Mannes befinden.


Ich gehe zu dem Mann und spreche ihn an. Seine Augen öffnen sich, ich sehe das Weiße. Drogen? Alkohol? Schlaganfall? Es könnte alles sein.


Ich denke in solchen Situationen immer: Was ist, wenn es dich einmal umhaut und du liegst auf einmal da? Oder einem meiner Söhne passiert das? Oder anderen Menschen, die mir lieb und teuer sind? Und niemand hilft? Niemand tut etwas?

Ich schaue mich um. Blicke weichen mir bewusst aus. Mein Zug fährt gleich. Ich raffe mein Gepäck und haste los. Im Bahnhof sehe ich - oh Wunder - einen Herrn mit grüner Sicherheitsweste und steuere auf ihn zu.

"Da draußen liegt ein Mann bei den Taxen. Der braucht Hilfe. Dringend." Mein Blick ist eindringlich. Er weicht mir aus, murmelt was von "Da ist die S-Bahn zuständig aber ich sag Bescheid" und geht in die andere Richtung davon. Ich fass es nicht.


Ein Stück weiter stehen eine junge Schaffnerin und ein älterer Schaffner in ein Gespräch vertieft. Ich haste auf sie zu und bitte um Hilfe. Der Mann wendet sich angewidert ab.

Die junge Schaffnerin sagt: "Ich kümmere mich darum" und geht schnell zum Ausgang Richtung Taxistand.

Ich denke: Danke.

Ich kann mich nicht daran gewöhnen.
Ich will mich nicht daran gewöhnen.

Ich werde mich nicht daran gewöhnen.




#psychologie #wiebkewiedeck #zivilcourage #nichtwegschauen

2 months ago | [YT] | 38