Why do some relationships work and others don't, no matter how much we want them to? Why do we react the same way in certain situations, again and again, even when we wanted to do things differently? And what does that have to do with what we learned early on about ourselves, about others, about the world?
I'm Wiebke Wiedeck, psychologist, senior coach and author. For over 35 years I've been supporting people in understanding themselves more deeply and growing from that understanding. On this channel I share my knowledge and experience: on inner patterns, relationships, boundaries, self-worth, trauma, high sensitivity, and how society shapes us, often without us even noticing.
Psychology doesn't belong only in therapy. It belongs in the middle of life.
You'll also find additional inspiration and deeper impulses in my books.
Warmly, Wiebke Wiedeck
Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Die 100 Atemzug-Übung
Eine Übung, die ich seit vielen Jahren selbst nutze und die ich meinen Klientinnen und Klienten immer wieder mitgebe. Sie dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Sie kostet nichts. Und sie lässt sich fast überall machen. Deshalb möchte ich sie heute mit euch teilen.
Der Kern der Übung ist nicht das Atmen selbst, das kannst du sowieso.😄
Der Kern ist eine kleine Abmachung mit dir: Du hältst bis 100 durch. Egal, was zwischendurch passiert.
So geht's:
Atme ruhig ein und aus. Ein vollständiger Atemzug – einmal ein, einmal aus und die kurze Pause danach – ist eine Zahl. Beim ersten Atemzug zählst du innerlich „1", beim nächsten „2", und so weiter, bis 100.
Richte deine Aufmerksamkeit dorthin, wo du deinen Atem am deutlichsten spürst, am besten im unteren Bauch. Beschleunige nichts. Bewerte nichts. Wenn deine Gedanken abschweifen, kehre einfach zurück, ohne dich zu ärgern. Wenn du nicht mehr weisst, bei welcher Zahl du warst, fang einfach nochmal an.
Halte die Augen dabei geöffnet.
Irgendwo zwischen 40 und 70 wirst du vielleicht unruhig werden. Du wirst denken: „Was soll das eigentlich? So ein Unsinn." Vielleicht willst du dann aufhören. Tu es bitte nicht, sondern mach unbedingt weiter.
Das ist ein wichtiger Teil der Übung: der Moment, in dem du den Impuls, aufzugeben, bemerkst und trotzdem weitermachst. In diesem Moment tust du etwas Ungewohntes: Du gehst nicht automatisch mit dem Impuls mit. Du beobachtest ihn. Und du entscheidest.
Vielleicht nimmst du plötzlich Kleinigkeiten wahr: einen Käfer, ein Blatt, das Licht auf einer Wand. Das ist gut. Freu dich darüber und bleib bei deinem Atem.
Bei 100 entscheidest du selbst, ob du noch weitermachen möchtest. Wenn ja, jeweils zehn Atemzüge, dann neu entscheiden. Beenden darfst du dann jederzeit.
Und wenn du fertig bist: Streck dich. Und fühle in dich hinein, ob sich was verändert hat. 💛
🌿 Wie ging es dir mit der Übung? Schreib es gern in die Kommentare.
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#ruhe #atemübung #psychologie #runterkommen #nervensystem
4 days ago | [YT] | 24
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Herzliche Einladung an alle aus Berlin und Umgebung! ✨
Die von mir gegründete „Initiative Zukunft Ohne Gewalt – Gewaltfreie Familien, Beziehungen, Gesellschaft“ zeigt am 19. und 20. September in Berlin, in der Tanzhalle der Wiesenburg von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr eine begehbare Installation.
Seit mehreren Jahren führt IZOG eine bundesweite Erhebung durch. Befragt wurden Vereine und Institutionen aus Gewalthilfe und Gewaltprävention sowie Menschen mit eigener Gewalterfahrung im sozialen Nahbereich.
Wir erforschten: Warum werden Täter zu Tätern?
Am 19. und 20. September werden die Ergebnisse zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.
In einer interaktiven Installation werden die Besucher:innen angeregt, sich mit den Ergebnissen der Erhebung auseinander zu setzen.
Klänge, Projektionen, Lehrtafeln, Flüsterstimmen, Livemusik laden dazu ein, die Perspektive zu erweitern und Teil einer Zukunft ohne Gewalt zu werden.
Der Eintritt ist frei und jede:r ist herzlich eingeladen.
Ich bin persönlich am Samstag und Sonntag nachmittag ab zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr vor Ort. 💛
Infos hier:
www.visitberlin.de/de/event/gewalt-passiert-taegli…
Und hier:
izog.de/gewalt-passiert-taeglich-neben-dir/
Und wer nicht hinfahren kann, kann einen Teil der Installation online verfolgen:
izog.de/installation
Seid herzlich gegrüßt!
#izog #gewaltprävention #keinemehr #psychologie #wiebkewiedeck
1 week ago | [YT] | 9
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Etwas, das ich in diesen Wochen um mich herum viel höre:
„Ich müsste doch eigentlich erholt sein. Aber ich bin es nicht."
Der Sommer geht zu Ende, und viele Menschen fühlen sich nicht aufgeladen, sondern leerer als vorher. Als hätte die Erholung nicht gehalten, was der Kalender versprach.
Das hat einen psychologischen Grund: Übergänge kosten Energie. Der Wechsel zwischen zwei Modi braucht Kraft.
Vom offenen, unstrukturierten Sommermodus zurück in den getakteten Alltag. Vom langen Licht in die kürzer werdenden Tage. Vom Draußen ins Drinnen.
Unser Körper und unsere Psyche brauchen für solche Übergänge Anpassungszeit.
Und die geben wir uns selten. Wir stürzen uns direkt zurück in den Herbst – Termine, Verantwortung, To-do-Listen – und wundern uns, warum wir uns nicht aufgeladen, sondern ausgelaugt fühlen.
Vielleicht braucht gerade genau das Raum: die Erlaubnis, dass der Sommer nicht alles heilt oder richtet.
Dass Erholung nicht immer die Erwartung erfüllt. Dass ein Übergang selbst schon Arbeit ist und dass es klug ist, sich das einzugestehen.
Wie geht es dir gerade? 💛
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#spätsommer #psychologie #erholung
2 weeks ago | [YT] | 44
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Liebe Community,
wie ihr vielleicht wisst, läuft aktuell meine erste Coachingausbildung - seit Februar 2026.
Nach dem vierten Wochenende habe ich die Teilnehmerinnen gebeten, mir einen Feedbacksatz zu schreiben, der erzählt, was das Besondere meiner Ausbildung ist.
Kerstin - eine der Teilnehmenden - schrieb mir folgende Zeilen:
____
"Liebe Wiebke,
du möchtest einen kurzen Satz von uns und ich sitze hier und merke, dass ich genau den gerade nicht finde. Vielleicht, weil das, was diese Reise mit mir macht, längst nicht mehr in einen schönen Satz passt.
Ich bin nach diesem Wochenende noch immer völlig überwältigt davon, was da eigentlich mit uns, und mit mir, passiert.
Als ich mich für diese Ausbildung entschieden habe, wusste ich, dass ich mich auf mehr einlasse als darauf, Methoden zu lernen und zu erfahren, wie ich Menschen gut begleiten kann. Ich wusste, dass diese Reise auch nach innen gehen würde. Und trotzdem lässt sich vorher wohl kaum erfassen, was es bedeutet, wenn man tatsächlich mittendrin ist.
Da ist so viel Lernen und gleichzeitig so viel mehr als Lernen. Ich darf fühlen, ausprobieren, mich zeigen, mich hinterfragen, an Grenzen kommen, neue Seiten an mir entdecken und manchmal Dinge über mich verstehen, für die ich vorher noch nicht einmal Worte hatte. Ich nehme von jedem Wochenende etwas mit, das weit über Wissen hinausgeht. Manches verstehe ich sofort. Manches arbeitet noch lange in mir weiter. Und manches verändert einfach etwas in mir, ohne dass ich überhaupt genau benennen könnte, was da gerade passiert ist.
Was mich dabei immer wieder tief berührt, ist, dass es diesen Raum überhaupt gibt.
Einen Raum, in dem wirklich alles da sein darf. Nicht nur das Schöne, Leichte und Starke. Wir lachen miteinander und wir weinen miteinander. Wir öffnen uns. Und manchmal öffnen wir dabei auch die Abgründe unserer Seele. Wir zeigen einander Seiten von uns, die verletzlich sind, schmerzhaft, vielleicht auch unbequem oder schwer auszuhalten. Und nichts davon ist „zu viel“.
Da darf Freude sein und Schmerz. Angst, Wut, Traurigkeit, Scham, Leichtigkeit, Stärke, Unsicherheit, all das, was eben zu uns gehört. Es muss nichts schnell wieder gut werden. Niemand muss eine Emotion kleiner machen, damit sie für die anderen angenehmer wird. Sie darf da sein. Wir dürfen da sein.
Und dabei zu erleben, mit wie viel Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit all dem begegnet wird, empfinde ich als unglaublich kostbar.
Und dann sind da diese großartigen Frauen.
Wir sind so unterschiedlich, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Erfahrungen, ihren hellen und ihren dunklen Seiten. Und wir lassen einander daran teilhaben. Wir lernen miteinander und voneinander, spiegeln und fordern uns heraus, halten einander aus und manchmal vielleicht auch einfach nur fest. Wir lachen Tränen und wir weinen Tränen. Und mit jedem Wochenende wächst dieses Vertrauen, miteinander auch dorthin gehen zu dürfen, wo es wirklich tief wird.
Ich glaube, ich habe selten einen Raum erlebt, in dem so viel Menschsein gleichzeitig Platz haben darf.
Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Reise: Ich lerne nicht einfach, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten. Ich darf selbst erleben, wie es sich anfühlt, gesehen, gehalten, herausgefordert und berührt zu werden und daran zu wachsen.
Und nach vier Ausbildungswochenenden sitze ich hier, bin immer noch völlig geplättet und denke eigentlich nur: Wow.
Was für ein Geschenk, dass es diesen Raum gibt.
Was für ein Geschenk, dass wir uns darin so begegnen dürfen.
Was für ein Geschenk, diese Frauen auf dieser Reise an meiner Seite zu haben.
Und was für ein Geschenk, dass du diesen Raum für uns geschaffen hast und uns darin begleitest.
Ich weiß nicht, ob das jetzt das „kurze Feedback“ war, das du dir vorgestellt hast. 😉 Aber ich merke gerade: Weniger wäre einfach nicht das gewesen, was ich dir eigentlich sagen möchte.
Danke. Wirklich. ❤️
Kerstin
______
Mich haben diese Zeilen sehr berührt und ich möchte sie mit Euch teilen. Denn sie beschreiben, dass meine Ausbildung vor allem eine Erkenntnis - Reise zu sich selbst ist, die dir ermöglicht, dich auf ganz besondere Weise wahrzunehmen, weiterzuentwickeln und ja, auch zu heilen.
Und wenn du magst, kannst du mit dieser Ausbildung auch andere Menschen unterstützen. Aber du musst es nicht. Du darfst diese Reise auch nur für dich antreten.
Mehr Infos zur laufenden Ausbildung findest du hier:
wiebkewiedeck.de/coachingausbildung/
Möchtest du Infos für die Ausbildung 2027?
Dann schreib mir gern eine Mail an
info@wiebkewiedeck.de
Anbei ein kurzer Einblick in unser pferdegestütztes Wochenende, das Teil der Ausbildung ist.
Ich freue mich auf deine Nachricht.
Herzlich.
Wiebke
#coachingausbildung #weiterbildung #psychologie #persönlichkeitsentwicklung
3 weeks ago | [YT] | 2
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Du siehst es. Du weißt es. Du könntest es jederzeit aussprechen. Und trotzdem lebst du weiter, als hättest du es nie gewusst.
Die Beziehung, in der du längst nicht mehr glücklich bist. Der Job, der dich seit Jahren aushöhlt. Das Gespräch mit ihm, das du seit Monaten vor dir herschiebst. Der Blick auf dein Konto, den du vermeidest. Der Anruf beim Arzt, den du immer wieder verschiebst.
Wir nennen so etwas oft Verdrängung, aber das ist es meistens gar nicht. Verdrängung ist, wenn du es wirklich nicht mehr weißt. Dein Gehirn hat dann für Fakten, Wünsche oder Erlebnisse einen Platz in deinem Unterbewusstsein gefunden, an den du gar nicht wirklich herankommst.
Worüber ich hier schreibe, ist etwas anderes: Verleugnung. Die Fakten sind da. Vollständig. Nur die Konsequenz wird abgetrennt.
Warum tun wir das? Weil das Wissen zu groß erscheint. Weil wir glauben, wenn wir die Realität nicht weiter ignorieren, müssen wir sofort handeln. Uns trennen. Kündigen. Alles umwerfen. Und weil das zu viel ist, weil die Folgen unserer Ehrlichkeit uns selbst gegenüber zu komplex erscheinen, geben wir es lieber gar nicht erst zu. Vor allem nicht uns selbst gegenüber.
Aber hier liegt der psychologische Trick, den viele nicht kennen: Erkenntnis und Handlung sind zwei verschiedene Schritte. Du darfst wissen, was du weißt, ohne dass daraus sofort etwas folgen muss.
"Ich weiß es. Ich realisiere es. Ich ignoriere es nicht mehr. Und ich muss jetzt trotzdem noch nichts damit tun."
Dieser eine Satz nimmt der Verleugnung ihre Aufgabe. Sie schützt uns ja nur vor dem, was wir uns nach der Erkenntnis als Folge selbst auferlegen würden. Wenn die Erkenntnis nichts erzwingen muss, wird sie tragbar.
Und dann, irgendwann, ergibt sich das Handeln von selbst. Aus einem Ort, der nicht mehr Vermeidung ist, sondern Klarheit. 💛
#verleumdung #verdrängung #psychologie
1 month ago | [YT] | 43
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Was bedeutet eigentlich Weiblichkeit?
Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht: ausgelöst durch einen Kommentar, in dem ein Mitglied dieser Community sich öffnete und schrieb, sie fühle ihre Weiblichkeit kaum. Auch wenn sie sich „weiblich" kleide, sei da kein Gefühl.
Und ich habe gemerkt: Ich kann die Frage für mich selbst gar nicht so leicht beantworten.
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der alles Weibliche abgewertet wurde. Mein Vater hat seine eigene Mutter gehasst, und dieser Hass richtete sich auf alles, was weiblich war. Bis ich vierzig war, hat er mich abgewertet, weil ich eine Frau bin. Solange, bis ich den Kontakt abbrechen musste, um endlich frei zu werden von seiner Geschichte, die nicht meine ist.
"Frauen könnten nichts, kriegten nichts hin!" - damit bin ich aufgewachsen.
Was hat das im Bezug auf meine Weiblichkeit mit mir gemacht?
Viel? Gar nichts?
Ich habe mich nie besonders über Weiblichkeit definiert. Die Dinge, die gesellschaftlich als typisch weiblich gelten — Shoppen zum Beispiel — haben mich noch nie interessiert. Trotzdem fühle ich mich als Frau. Ich könnte nur schwer sagen, woran ich das festmache.
Am ehesten hat es für mich mit meinem Verhältnis zu meinem eigenen Körper zu tun. Mit Sinnlichkeit. Mit Kreativität, wobei es natürlich auch eine männliche Kreativität gibt.
Was mich beschäftigt: Ist Weiblichkeit eine gesellschaftliche Erwartung, die wir übernommen haben? Eine Vorstellung davon, wie wir uns fühlen sollten? Oder ist es etwas, das von innen kommt, unabhängig von biologischen Zuschreibungen?
Ich habe darauf keine fertige Antwort. Mir persönlich ist die Frage nicht besonders wichtig. Aber ich weiß, dass sie für viele Frauen sehr wichtig ist. Und deshalb interessiert mich, wie ihr das seht.
Wie definiert ihr Weiblichkeit für euch? Hat es mit dem Körper zu tun? Mit Sexualität? Mit einem Gefühl? Mit Zugehörigkeit? Oder mit gar nichts davon?
Und falls Männer mitlesen: Was bedeutet Männlichkeit für euch?
Ich bin wirklich neugierig. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch.
Danke für Eure Gedanken. 💛
#weiblichkeit #sinnlichkeit #psychologie
1 month ago | [YT] | 29
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Es gibt ein psychologisches Phänomen, das im Alltag ständig um uns herum passiert und das wir meistens übersehen: der kurze, echte Kontakt mit Menschen, denen wir nur flüchtig begegnen. Der Frau an der Kasse. Dem Kellner. Dem Paketboten. Der Nachbarin im Hausflur.
Ein Dankeschön, das den Blick sucht. Eine ehrliche, wirkliche Nachfrage. Ein Satz, der eine richtige Begegnung ist und nicht nur eine Floskel.
Ich mache das oft und ich merke jedes Mal, wie sehr diese Momente etwas mit mir und mit der anderen Person machen. Manchmal ist es ein kurzes Auflachen an der Supermarktkasse, manchmal ein kleiner Satz, der bleibt. Ein Gefühl von: "Wir haben kurz einen Moment miteinander erlebt. Und das war schön."
Die Forschung sagt: Genau solche flüchtigen Momente steigern das Wohlbefinden beider Beteiligter. Auch bei introvertierten Menschen. Auch bei denen, die vorher überzeugt waren, sie wollten das gar nicht.
Wir übersehen so leicht, dass da ein Mensch steht:
Der Kassiererin tut der Rücken weh. Der Kellner hat gleichzeitig zwanzig Tische im Kopf und ein krankes Kind, das zu Hause auf ihn wartet. Der Paketbote klingelt heute wahrscheinlich zum hundertsten Mal. Oder vielleicht auch zum letzten Mal, weil sich ab morgen seine Route ändert.
Im Alltag laufen viele Begegnungen automatisch ab, häufig mit dem Handy in der Hand. Jede davon wäre ein möglicher Moment, in dem etwas Menschliches passieren könnte. Einfach ein Blick, ein Satz, eine kleine Zuwendung, ein Lächeln, ein "Dankeschön".
Versuchst du es morgen mal? Und schreibst mir und uns, wie es war?
#menschlichkeit #psychologie #miteinander #respekt
1 month ago | [YT] | 59
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Hallo Ihr Lieben,
heute mal eine ganz persönliche Nachricht.
Meine letzten Wochen waren schwer und emotional unglaublich anstrengend. Meine nun schon 12 jährige Hündin Pixeline, die ihr von vielen Videos kennt, hatte ihre zweite, sehr schwere OP dieses Jahr. Ihr mussten 13 Zähne herausoperiert werden, da der Kiefer vereitert war. Sie lag vier Stunden in Narkose und ich dachte wirklich, dass sie das nicht mehr schaffen wird. Doch auch wenn jetzt immer noch nicht alles ganz gut ist, kämpft sie sich -Step by Step -, wieder ins Leben zurück.
Zeitgleich erhielt ich die Nachricht, dass meine geliebte Blue, meine Stute, die nun schon seit 17 Jahren an meiner Seite ist, eine schwere Augenerkrankung hat. Ihr wundervolles, blaues Auge, das ich so sehr liebe, muss morgen, am Montag, herausoperiert werden. Ich bin natürlich froh, wenn sie nach der OP ein schmerzfreies Leben hat. Und doch nimmt mich das unfassbar mit.
Kein Wunder, dass mich dann noch eine Sommergrippe komplett aus der Bahn warf - mein Körper verlangte, dass ich mich schone, um alles zu verarbeiten.
Wenn es mir nicht gut geht, schreibe ich. Gedichte, Essays - alles, was aus dem Stift raus will, wenn ich ihn in der Hand halte und er zum Sprachrohr meiner Seele wird.
So ist das nachfolgende Gedicht entstanden.
Ich weiß, es passt nicht zu Sommer und Sommervibes, aber es ist nunmal gerade meine Realität und sollte es dir momentan auch nicht so gut gehen, dann fühl dich gesehen und verstanden.
___________________________
Sorgen
Dunkle Fäden, die wie Spinnweben das Herz umschnüren.
Als zähe Masse kleben sie direkt hinter den Augen.
Sie lassen jedes Lachen gefrieren und die Tränen brennen.
Ganz selbstverständlich schleichen sie sich
in deine Träume,
verbittern dir Hoffnung und Freude.
Wie alte Bekannte sitzen sie am Frühstückstisch,
essen deine Brötchen und rülpsen laut.
Sie nisten sich ein in deinem Leben,
und wenn sie erst da sind, werden sie immer mehr.
Du kannst sie nur schlecht ignorieren,
und wie viel Mühe du dir auch gibst, sie wegzulächeln –
sie lösen sich nicht einfach auf.
Irgendwann hast du das Gefühl,
du bist sie und sie sind du.
Doch auch wenn du sie nicht abschütteln kannst,
glaub ihnen nicht und ihrem Singsang,
der dir deine Lebenskraft – sirenengleich – aus deinen Adern lockt.
Sie sind nicht dein Leben,
auch wenn sie es gern wären.
Wie lästigen Besuchern darfst du ihnen kurz zunicken,
vielleicht einmal lächeln und dann
weise ihnen beherzt die Tür.
Lass dir von ihnen nicht dein Leben besetzen.
Sie werden es dir nicht danken.
Im Gegenteil.
Wie Blutsauger werden sie sich vermehren
und jede Hoffnung in dir im Keim ersticken.
Schick sie weg.
Lass sie gehen.
Und verrammle Herz, Tür und Verstand,
auf dass sie nicht dein Leben vergiften.
_______________
Die Fotos zeigen meine Hündin Pixeline, und meine Stute Blue mit ihren so wundervollen, unterschiedlichen Augen. Ab morgen wird sie eine Piratin sein und ich bin schon auf der Suche nach einer coolen Augenklappe für sie.
Doch eine offene Frage in die Runde:
Was macht ihr, wenn ihr große Sorgen habt? Schreibt ihr? Oder putzt die Wohnung? Bügelt ihr oder lenkt ihr euch ab?
Vielleicht können wir hier alle voneinander lernen, wie wir durch schwere Zeiten segeln können.
#krisen #schwerezeiten #psychologie #sorgen #sorgenmeistern
1 month ago (edited) | [YT] | 85
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Fast jede Frau hat irgendwo so eine Kiste.
Fotos von einer Version ihrer selbst, die sie kaum noch wiedererkennt oder schmerzlich vermisst. Die mit 22 auf dem Festival. Die barfuß. Die frech in die Kamera lachende. Die, die noch nicht wusste, was noch alles kommt.
Und dann kam das Leben dazwischen. Beruf. Verantwortung. Anpassung. Vielleicht Mutterschaft. Vielleicht einfach die leise Erwartung, vernünftig zu werden?
Die Frage ist nicht, wie wir wieder 22 werden. Das wollen wir vielleicht auch gar nicht. Die Frage ist: Wo genau haben wir aufgehört, sie zu sein?
Wo ist deine hin? Und was von ihr will zu dir zurück? 💚
Foto: Ich, 1996
#frausein #psychologie #reflexion
1 month ago | [YT] | 30
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Wiebke Wiedeck - Psychologie fürs Leben
Ein Wort, das sich die Welt bei uns geliehen hat
Neulich hörte ich im Radio, das Wort "Schadenfreude" gebe es nur im Deutschen. Das stimmt so nicht ganz, und die Wahrheit ist fast noch interessanter.
Viele Sprachen haben ein eigenes Wort dafür, meist genauso gebaut wie unseres: aus "Schaden" und "Freude". Die Dänen sagen skadefryd, die Niederländer leedvermaak, die Finnen vahingonilo. Schon Aristoteles kannte vor über 2000 Jahren das griechische epichairekakia.
Nur das Englische hat kein eigenes gebräuchliches Wort dafür. Die EngländerInnen empfinden Schadenfreude natürlich genauso wie alle anderen, aber ihre Sprache schweigt dazu. Also haben sie sich kurzerhand unser deutsches Wort geliehen. "Schadenfreude" steht heute ganz offiziell im englischen Wörterbuch.
Warum haben so viele Kulturen ein Wort dafür? Weil das Gefühl zutiefst menschlich ist. Die Forschung zeigt: Schadenfreude hängt eng mit unserem Selbstwert zusammen. Sie wird stärker, wenn wir uns klein oder bedroht fühlen und schwächer, wenn wir mit uns im Reinen sind. Beobachtet wurde sie übrigens schon bei Kleinkindern.
Schadenfreude ist also eher ein leises Signal, das uns zeigt, wo unser Selbstwert gerade Zuwendung braucht.
Ein schöner Gedanke fürs Wochenende, finde ich.
#schadenfreude #selbstwert #psychologie
2 months ago | [YT] | 25
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