SIUS Consulting ist Ihr zuverlässiger Partner für umfassende Sicherheitsberatung und Krisenmanagement. Mit unseren Kernkompetenzen in Unternehmenssicherheit und Wirtschaftsschutz bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen, Behörden und Organisationen – unabhängig von Größe oder Branche. Als erfahrene Berater stehen wir Ihnen bei allen sicherheits- und krisenrelevanten Fragestellungen und Projekten zur Seite.

Unser Leistungsspektrum umfasst neben ganzheitlichen Sicherheitsanalysen und -konzeptionen auch die Implementierung nachhaltiger Notfall- und Krisenmanagementsysteme. Zudem entwickeln wir innovative Security Awareness Kampagnen, um Ihre Mitarbeiter für sicherheitsrelevante Themen zu sensibilisieren und das Sicherheitsbewusstsein in Ihrem Unternehmen zu stärken.


SIUS Consulting

Annahmen beruhigen. Bis die Realität um die Ecke kommt.

Wir verlassen uns ständig darauf, dass Dinge funktionieren, weil sie geplant, beschrieben oder von anderen bestätigt wurden.

Beim Krisenmanagement kann genau das gefährlich werden:

Krisenstab aufgestellt? ✔️
Krisenhandbuch vorhanden? ✔️
Alarmierungslisten gepflegt? ✔️
Rollen beschrieben? ✔️

Geübt wurde aber noch nie.

Herzlichen Glückwunsch. Dann wissen Sie immerhin, dass Ihr Krisenstab theoretisch existiert.

Ob er unter Belastung tatsächlich funktioniert?

Keine Ahnung.

Eine Krisenstabsübung ist für mich deshalb so etwas wie der Belastungstest einer Organisation.

Wir erhöhen kontrolliert die Belastung.

Zeitdruck.

Unvollständige Informationen.

Widersprüchliche Meldungen.

Ausfall wichtiger Personen.

Anfragen von Mitarbeitenden, Medien und Behörden.

Neue Probleme, obwohl die alten noch längst nicht gelöst sind.

Und irgendwann kommt garantiert noch jemand zur Tür herein und sagt:

„Ich hätte da noch eine Information …“

Genau dann wird es interessant.

Denn ein Krisenstab muss nicht funktionieren, wenn 6 Menschen entspannt bei Kaffee und Keksen ihr Krisenhandbuch durchblättern.

Er muss funktionieren, wenn der Puls bei 180 ist.

Wenn Informationen gleichzeitig aus fünf Richtungen kommen.

Wenn dringend eine Entscheidung getroffen werden muss.

Wenn plötzlich eine Schlüsselperson fehlt.

Wenn die Geschäftsführung Antworten möchte.

Wenn die Presse anruft.

Und wenn gleichzeitig jemand fragt:

„Wer kümmert sich eigentlich darum?“

Dann zeigt sich, was von den schönen Organigrammen, Rollenbeschreibungen und Prozessabläufen tatsächlich übrig bleibt.

Wer übernimmt Führung?

Wie schnell entsteht ein gemeinsames Lagebild?

Werden Entscheidungen getroffen oder Probleme nur ausführlich diskutiert?

Bleiben Aufgaben liegen?

Funktioniert die Kommunikation?

Sind die Rollen wirklich klar oder nur in PowerPoint?

Und wann beginnt das System zu stolpern?

Genau das möchten wir in einer Übung herausfinden.

Denn dort dürfen Fehler passieren.

Dort darf die Alarmierung nicht funktionieren.

Dort dürfen Telefonnummern veraltet sein.

Dort darf auffallen, dass niemand die Dokumentation übernimmt.

Und dort darf ein Krisenstab auch einmal ordentlich ins Schwitzen kommen.

Das ist keine schlechte Übung. Das ist der Sinn der Übung.

Denn jede Schwachstelle, die wir dort entdecken, können wir anschließend beseitigen.

Im echten Krisenfall sieht das etwas anders aus.

Ein Krisenstab, der nie unter Belastung getestet wurde, ist deshalb zunächst einmal eine Annahme.

Sie glauben, dass er funktioniert.

Sie hoffen, dass er funktioniert.

Vielleicht steht sogar im Krisenhandbuch, dass er funktioniert.

Wissen tun Sie es nicht.

Und irgendwann kommt dieser Belastungstest sowieso.

Sie haben nur Einfluss darauf, wann.

In einer kontrollierten Übung, bei der Fehler ausdrücklich erlaubt sind.

Oder mitten im Realfall, wenn jeder Fehler echte Konsequenzen haben kann.

4 days ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

Sie sind für das Krisenmanagement verantwortlich.

Das Problem:

Ihr Krisenstab interessiert sich nicht die Bohne dafür.

Schulung?

„Keine Zeit.“

Übung?

„Muss ich da wirklich teilnehmen?“

Dokumente aktualisieren?

„Schicken Sie mir das einfach irgendwann per Mail.“

Vorbereitung?

„Wenn wirklich etwas passiert, bekommen wir das schon hin.“

Und Sie?

Sie dürfen hinterhertelefonieren.

Erinnerungsmails schreiben.

Terminen hinterherlaufen.

Menschen motivieren, die eigentlich längst verstanden haben sollten, warum sie Teil eines Krisenstabs sind.

Und irgendwann beschleicht Sie das Gefühl:

Die nehmen mich nicht ernst.

Das kann sein.

Aber vielleicht liegt das Problem gar nicht bei Ihnen.

Vielleicht sitzen schlicht die falschen Personen im Krisenstab.

Denn ein Krisenstab ist kein Verteiler, in den man einmal alle Führungskräfte einträgt, die auf dem Organigramm wichtig aussehen.

Sie brauchen Menschen, die im Ernstfall tatsächlich Verantwortung übernehmen können und wollen.

Die Entscheidungen vorbereiten.

Die Informationen liefern.

Die erreichbar sind.

Die ihre Rolle kennen.

Und die akzeptieren, dass Krisenmanagement nicht erst beginnt, wenn die Krise bereits da ist.

Noch viel wichtiger ist aber etwas anderes:

Wer für Krisenmanagement verantwortlich ist, braucht ein echtes Mandat.

Rückhalt.

Durchschlagskraft.

Und eine Geschäftsleitung, die unmissverständlich klarmacht:

Das hier ist keine Freizeitveranstaltung unseres Krisenmanagers.

Wenn Schulungen vorgesehen sind, wird teilgenommen.

Wenn Dokumente aktualisiert werden müssen, werden sie aktualisiert.

Wenn eine Übung angesetzt wird, ist sie kein unverbindlicher Terminvorschlag.

Denn Sie können jemanden zum Verantwortlichen für Krisenmanagement ernennen.

Wenn diese Person anschließend aber jedem Krisenstabsmitglied hinterherbetteln muss, damit überhaupt etwas passiert, haben Sie keine Verantwortung übertragen.

Sie haben ein Problem delegiert.

Und dann passiert etwas ziemlich Gefährliches:

Die verantwortliche Person trägt auf dem Papier die Zuständigkeit.

Aber nicht die Macht, diese Zuständigkeit tatsächlich auszufüllen.

Das funktioniert vielleicht bei der Pflege einer Excel Liste.

Bei einem Krisenmanagementsystem halte ich es für fatal.

Deshalb würde ich bei mangelnder Akzeptanz im Krisenstab nicht immer zuerst fragen:

„Wie kann sich unser Krisenmanager besser durchsetzen?“

Sondern:

Sind die richtigen Personen im Krisenstab?

Ist ihre Mitwirkung verbindlich geregelt?

Sind Rollen und Pflichten klar?

Und hat die verantwortliche Person tatsächlich den Rückhalt der Geschäftsleitung?

Denn Krisenmanagement braucht einen Kümmerer.

Aber keinen Bittsteller.

Wer Verantwortung trägt, braucht auch die Durchschlagskraft, sie wahrnehmen zu können.

2 weeks ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

Der vielleicht gefährlichste Satz im Krisenstab?

„Da müsste sich eigentlich jemand drum kümmern.“

Klingt harmlos.

Ist es aber nicht.

Denn „jemand“ ist eine bemerkenswerte Person.

Jemand informiert die Mitarbeitenden.

Jemand ruft die Behörde an.

Jemand prüft die Auswirkungen.

Jemand kümmert sich um die Presse.

Jemand dokumentiert die Entscheidung.

Jemand fragt beim Dienstleister nach.

Jemand behält das Thema im Blick.

Jemand macht erstaunlich viel.

Das Problem:

Jemand sitzt meistens gar nicht mit am Tisch.

Und trotzdem bekommt er im Krisenstab regelmäßig mehr Aufgaben als alle anderen zusammen.

Besonders schön wird es, wenn 30 Minuten später die Frage kommt:

„Was ist eigentlich daraus geworden?“

Kurzes Schweigen.

Blicke durch den Raum.

„Ich dachte, das macht ihr.“

„Nein, ich dachte, ihr macht das.“

„Hatten wir das nicht an Herrn Müller gegeben?“

Herr Müller:

„Was?“

Willkommen in der Stabsarbeit.

Eine Aufgabe ist nicht vergeben, nur weil alle im Raum der Meinung sind, dass sie erledigt werden müsste.

Eine saubere Aufgabenvergabe braucht mindestens drei Dinge:

Wer macht es?

Was genau soll gemacht werden?

Bis wann brauchen wir ein Ergebnis?

Und anschließend braucht es jemanden, der offene Aufgaben konsequent nachhält.

Klingt banal.

Ist unter Zeitdruck aber erstaunlich schnell vergessen.

Gerade im Krisenstab entstehen permanent neue Aufgaben.

Manche sind dringend.

Manche sind wichtig.

Manche wirken zunächst nebensächlich und werden eine Stunde später zum Problem.

Wenn diese Aufgaben nur ausgesprochen, aber nicht eindeutig vergeben und nachverfolgt werden, entsteht etwas, das von außen häufig nach hektischer Betriebsamkeit aussieht.

Viele Menschen reden.

Viele Menschen telefonieren.

Viele Menschen tippen auf ihren Laptops.

Alle sind beschäftigt.

Nur weiß irgendwann niemand mehr genau, wer eigentlich was macht.

Deshalb bin ich bei einem Satz mittlerweile ziemlich hellhörig:

„Da müsste sich jemand drum kümmern.“

Meine Antwort wäre:

„Sehr gut. Wer?“

Denn „jemand“ ist im Krisenstab leider nur sehr selten verfügbar.

3 weeks ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

Keine Sorge.

In 72 Stunden interessiert sich sowieso niemand mehr dafür.

Bis dahin: Ruhe bewahren, Zuständigkeiten klären, Betroffenheit zeigen und möglichst keine weiteren 5,7 Terabyte verlieren.

Berlin, haltet durch. 🎾


Und jetzt mal ohne Ironie:

Genau darin liegt ein Problem, das weit über diesen konkreten Fall hinausgeht.

Wir sind verdammt gut darin geworden, Themen innerhalb weniger Stunden maximal hochzukochen. Schlagzeilen, politische Forderungen, Empörung, Stellungnahmen. Für einen kurzen Moment scheint es, als gäbe es nichts Wichtigeres.

Und genauso schnell ziehen wir weiter.

Die Schlagzeilen verschwinden, der öffentliche Druck nimmt ab und irgendwann interessiert sich kaum noch jemand dafür, was aus den angekündigten Maßnahmen eigentlich geworden ist.

Bei Sicherheitsvorfällen ist das fatal. Denn die wirklich wichtigen Fragen lassen sich häufig nicht innerhalb von drei Tagen beantworten.

Was ist tatsächlich passiert? Warum konnte es passieren? Welche Schwachstellen und Versäumnisse haben dazu beigetragen? Welche Maßnahmen wurden daraus abgeleitet? Wer kontrolliert deren Umsetzung? Und vor allem: Ist die Organisation danach tatsächlich besser vorbereitet?

Damit solche Fragen nicht irgendwann zwischen Tagesgeschäft, Zuständigkeiten und dem nächsten großen Aufreger verschwinden, braucht es Menschen, die dranbleiben.

Menschen, die hartnäckig nachfragen, sich nicht mit der ersten Antwort zufriedengeben und auch dann noch auf offene Punkte hinweisen, wenn längst niemand mehr darüber berichtet. Menschen, die Widerstände aushalten und Verantwortliche immer wieder mit offenen Entscheidungen, Maßnahmen und Fristen konfrontieren.

Genau diese Hartnäckigkeit braucht Sicherheit.

Und vielleicht können wir aus solchen Fällen zumindest ein paar Dinge für die eigene Organisation mitnehmen:

- Nach einem Vorfall nicht nur Sofortmaßnahmen beschließen, sondern Verantwortlichkeiten, Fristen und konkrete Ergebnisse festlegen.

- Maßnahmen so lange nachhalten, bis sie tatsächlich umgesetzt und ihre Wirksamkeit überprüft wurde.

- Erkenntnisse aus realen Ereignissen regelmäßig auf die eigene Organisation übertragen: Könnte uns das auch passieren? Und wenn ja, wären wir vorbereitet?

- Nicht darauf warten, dass ein Thema öffentlich Aufmerksamkeit bekommt. Notfall- und Krisenmanagement beginnt lange vor der Schlagzeile.

- Und denjenigen den Rücken stärken, die immer wieder nachhaken. Auch wenn sie damit manchmal nerven.

Denn genau dafür sind sie da.

Aufmerksamkeit hält vielleicht 72 Stunden. Gute Aufarbeitung fängt danach erst richtig an.

1 month ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

📢 Liebe Community, die neue Ausgabe von SICHERHEIT. Das Fachmagazin. ist da!

Wie vermittelt man Krisenvorsorge, ohne Ängste zu schüren? Wie behält ein Krisenstab auch unter Zeitdruck den Überblick? Und woran lassen sich professionell gefälschte Dokumente erkennen?

Auch in unserer neuen Ausgabe erwarten Sie wieder aktuelle Fachbeiträge, praktische Tipps und konkrete Impulse rund um Unternehmenssicherheit, Notfall- und Krisenmanagement sowie Wirtschaftsschutz.

📌 KRISENVORSORGE
Let’s play! Schluss mit langweiliger Krisenvorsorge.

📌 NOTFALL- UND KRISENMANAGEMENT
Lagebild: So behalten Sie auch im Krisenstab den Überblick.

📌 SICHERHEITSVORKEHRUNGEN
Dokumentenprüfung: So erkennen Sie Auffälligkeiten bei Ausweisdokumenten schneller.

📌 WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT
Fake-Carrier-Betrug: So schützen Sie Ihre Lieferungen vor professionellen Betrügern.

📌 PERSÖNLICHE SICHERHEIT
Eigenschutz: So schaffen Sie Abstand, bevor eine Situation eskaliert.

📌 IT-SICHERHEIT
Updates: So erkennen Sie, ob vernetzte Produkte langfristig sicher bleiben.

🎙️ Außerdem im Experten-Interview:
So funktioniert Identitätsfeststellung wirklich.
Markus Hartmann von HARTMANN TRESORE GmbH gibt Einblicke in die professionelle Prüfung und Feststellung von Identitäten.

📖 Die aktuelle Ausgabe können Sie wie gewohnt kostenfrei lesen: www.sicherheit-das-fachmagazin.de/ausgabe-35

Wir wünschen Ihnen eine interessante und erkenntnisreiche Lektüre sowie einen erfolgreichen Start in den September und einen sicheren und gut vorbereiteten Herbst!

Ihr Team von SICHERHEIT. Das Fachmagazin.
gemeinsam mit unserem Kompetenzpartner SIUS Consulting®

1 month ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

🧩 Manche Krisenstäbe lernen aus jeder Übung.
Andere üben jahrelang denselben Fehler.

Der entscheidende Unterschied lässt sich auf ein einziges Wort reduzieren.

Fehlerkultur.

Und nein.

Fehlerkultur bedeutet nicht, Fehler zu akzeptieren.

Sie bedeutet, dieselben Fehler nicht zweimal zu machen.

Trotzdem passiert genau das in vielen Organisationen.

Nach einer Übung wird kurz darüber gesprochen.

Nach einer echten Krise gibt es einen Abschlussbericht.

Nach drei Wochen verschwindet beides in einem Ordner.

Bis zur nächsten Krise.

Dann beginnt das Spiel von vorne.

Mit denselben Schwachstellen.

Mit denselben Diskussionen.

Mit denselben Überraschungen.

Und anschließend hört man wieder:

„Damit konnte ja niemand rechnen.“

Doch.

Oft hätte man genau damit rechnen können.

Man wollte nur nicht konsequent aus den eigenen Erfahrungen lernen.

Eine gute Fehlerkultur beginnt deshalb nicht erst nach der Krise.

Sie beginnt bereits vor der Krise.

Mit einer ehrlichen Vorbereitung.

Mit realistischen Übungen.

Mit Menschen, die Widerspruch nicht als Angriff verstehen.

Und sie endet auch nicht mit der Lagebewältigung.

Erst die strukturierte Nachbereitung macht aus einer bewältigten Krise einen echten Lernerfolg.

Jede Erkenntnis muss sich anschließend irgendwo wiederfinden.

In Prozessen.

In Alarmierungswegen.

In Dokumenten.

In Rollen und Verantwortlichkeiten.

In Übungen.

Im Verhalten der Menschen.

Alles andere ist Beschäftigungstherapie.

Ein Krisenstab wird nicht dadurch besser, dass er viele Krisen erlebt.

Er wird dadurch besser, dass er aus jeder einzelnen Krise messbare Konsequenzen zieht.

Das größte Risiko im Krisenmanagement sind nicht Fehler.

Das größte Risiko ist die Überzeugung, dass man aus ihnen bereits genug gelernt hat.

Denn Erfahrung ist nicht das, was einem passiert.

Erfahrung ist das, was man daraus macht.

1 month ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

„Was im Krisenstab passiert, bleibt im Krisenstab.“

Wer das glaubt, hat noch nie eine echte Krise erlebt.

Denn sobald es ernst wird, passiert in vielen Unternehmen immer wieder das Gleiche.

Zunächst sitzen alle gemeinsam am Tisch.

Man spricht von Teamgeist, Verantwortung und Zusammenhalt.

Doch sobald die ersten kritischen Fragen kommen, verändert sich die Dynamik schlagartig.

Wer hat entschieden?

Wer wusste davon?

Wer hat informiert?

Warum wurde nicht früher reagiert?

Und plötzlich beginnt das große Distanzieren.

„Das war nicht meine Aufgabe.“

„Ich habe nur Informationen weitergegeben.“

„Davon wusste ich nichts.“

„Das wurde nie beschlossen.“

„Dafür war jemand anderes verantwortlich.“

Aus einem Krisenstab wird innerhalb kürzester Zeit eine Selbstschutzgemeinschaft.

Hart formuliert?

Ja.

Aber leider viel zu oft Realität.

Und genau deshalb scheitern viele Unternehmen nicht am eigentlichen Ereignis.

Sie scheitern an sich selbst.

Sie scheitern an jahrelanger Schein-Sicherheit.

An Krisenhandbüchern, die niemand kennt.

An Prozessen, die nie gelebt wurden.

An Übungen, die nie stattgefunden haben.

An Führungskräften, die Verantwortung nur so lange übernehmen, bis sie persönlich Konsequenzen befürchten müssen.

Denn die Wahrheit ist unbequem:

Eine Krise erzeugt keine Probleme.

Eine Krise macht Probleme sichtbar.

Sie legt schonungslos offen, was vorher über Jahre ignoriert wurde.

Und sie zeigt, ob Notfall- und Krisenmanagement tatsächlich Teil der Unternehmenskultur ist oder lediglich ein Ordner im Intranet.

Viele Unternehmen investieren unglaublich viel Zeit in Prävention.

Aber viel zu wenig Zeit in eine viel wichtigere Frage:

Wie verhalten sich Menschen, wenn ihr eigener Ruf, ihre Karriere oder ihre Verantwortung auf dem Spiel stehen?

Denn genau dann zeigt sich die wahre Reife einer Organisation.

Und genau dann trennt sich professionelles Krisenmanagement von improvisierter Schadensbegrenzung.

Wer glaubt, ein Krisenstab sei ein geschützter Raum, in dem alles intern bleibt, irrt gewaltig.

Jede Aussage.

Jede Entscheidung.

Jedes Zögern.

Jede fehlende Entscheidung.

Alles wird irgendwann sichtbar.

Spätestens dann, wenn jemand versucht, seinen eigenen Arsch zu retten.

Und wenn das passiert, ist die eigentliche Krise oft längst nicht mehr das Ereignis selbst.

Sondern die Organisation.


🚨 Fragen zum Thema Notfall- und Krisenmanagement? Schreiben Sie mir gerne eine Direktnachricht!

1 month ago |[YT] | 1

SIUS Consulting

„Wenn diese Übung schiefgeht, bin ich meinen Job los.“

Oder:

„An dieser Übung hängen meine Jahresziele.“

Beides sind Sätze, die ich vor Krisenstabsübungen schon mehr als einmal gehört habe.

Und jedes Mal denke ich:

Dann haben wir bereits ein Problem.

Denn eine Krisenstabsübung, die unter Erfolgszwang geplant wird, ist eigentlich keine Übung mehr.

Sie ist eine Aufführung.

Dann darf das Szenario nicht zu schwierig sein.

Dann darf die Geschäftsführung nicht schlecht aussehen.

Dann müssen die Einspieler irgendwie „lösbar“ bleiben.

Dann wird geholfen, wenn es unangenehm wird.

Dann werden Fehler relativiert.

Und am Ende steht im Bericht:

„Der Krisenstab hat die Lage insgesamt erfolgreich bewältigt.“

Herzlichen Glückwunsch.

Nur wissen wir danach immer noch nicht, ob der Krisenstab eine echte Krise bewältigen kann.

Eine Übung darf schiefgehen.

Mehr noch:

Sie muss Räume schaffen, in denen Dinge schiefgehen können.

Entscheidungen können falsch sein.

Kommunikation kann versagen.

Zuständigkeiten können unklar sein.

Ein Lagebild kann zusammenbrechen.

Und vielleicht stellt man sogar fest, dass ein Krisenstab in seiner heutigen Aufstellung nicht funktioniert.

Genau dafür üben wir.

Nicht, um zu beweisen, wie gut wir sind.

Sondern um herauszufinden, wo wir noch nicht gut genug sind.

Wer eine Krisenstabsübung nur dann als erfolgreich betrachtet, wenn der Krisenstab „bestanden“ hat, hat den Sinn einer Übung nicht verstanden.

Die gefährlichste Krisenstabsübung ist nicht die, die eskaliert.

Es ist die, bei der schon vorher feststeht, dass sie gut ausgehen muss.

2 months ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

Aus aktuellem Anlass, eventuell ganz hilfreich.

2 months ago |[YT] | 0

SIUS Consulting

Die meistgehasste Rolle in jedem Krisenstab: ❤️ Eine Hommage an die Dokumentation.

Es gibt in jedem Krisenstab Rollen, um die wird regelrecht gekämpft.

Menschen, die auf Lagekarten zeigen dürfen.

Menschen, die wichtige Telefonate führen.

Menschen, die Sätze sagen wie:

„Das müssen wir strategisch betrachten.“

Alle nicken anerkennend.

Alle wirken wichtig.

Und dann gibt es die Dokumentation.

Die Rolle, bei der plötzlich selbst eine WLAN-Störung interessanter erscheint.

Die Rolle, bei der Führungskräfte innerhalb von Sekunden Fähigkeiten entwickeln, die man sonst nur aus Actionfilmen kennt:
- Unsichtbar werden
- Blickkontakt vermeiden
- Sehr beschäftigt aussehen
- Plötzlich dringend telefonieren müssen
- Einen Kaffee holen, der 45 Minuten dauert
- „Nur kurz auf Toilette“ müssen

Denn niemand möchte die Dokumentation übernehmen.

Wirklich niemand.

Die Stellenbeschreibung würde ungefähr so aussehen:

Gesucht:
- Mensch mit hoher Frustrationstoleranz.
- Soll stundenlang mitschreiben.
- Darf keine Entscheidungen treffen.
- Darf nicht vergessen zu schreiben.
- Darf auch dann noch schreiben, wenn alle anderen längst aufgehört haben zu denken.

Bezahlung:
- Emotionale Genugtuung.

Bewerbungen:
- Keine.

Und trotzdem gibt es eine unbequeme Wahrheit:

Die Dokumentation ist der eigentliche Endgegner jeder Krise.

Denn sie vergisst nichts.

Gar nichts.

Während alle anderen nach drei Wochen sagen:

„Das habe ich nie gesagt.“

antwortet die Dokumentation entspannt:

„Doch.“

„12:43 Uhr.“

„Seite 17.“

„Absatz 3.“

„Du hast sogar dreimal darauf bestanden.“

Plötzlich wird es still.

Sehr still.

Denn die Dokumentation besitzt eine Superkraft:

Sie kann sich erinnern.

Während der Rest des Krisenstabs nur noch weiß:

„Irgendwas war mit IT.“

„Oder Wasser.“

„Oder einem Lieferanten.“

weiß die Dokumentation exakt:
- wer angerufen hat,
- wer informiert wurde,
- wer entschieden hat,
- wer widersprochen hat,
- wer welche Maßnahme wollte,
- und wer heute behauptet, niemals anwesend gewesen zu sein.

Monate später passiert dann etwas Magisches.

Die Krise ist vorbei.

Alle sind entspannt.

Dann kommt ein Auditor.

Ein Anwalt.

Eine Versicherung.

Ein Vorstand.

Oder jemand mit einer Excel-Tabelle.

Und stellt die Frage:

„Können Sie nachvollziehbar belegen, wie Sie damals entschieden haben?“

In diesem Moment verwandelt sich die Dokumentation.

Aus dem ungeliebten Stiefkind wird plötzlich:
- Der Messias.
- Der Auserwählte.
- Der Hüter der Wahrheit.

Deshalb heute ein ehrliches Dankeschön an alle Menschen, die freiwillig (oder unter massivem sozialem Druck) die Dokumentation übernehmen.

Ihr seid die stillen Helden.

Die Chronisten.

Die Gedächtnisprothesen des Krisenstabs.

Die letzten Verteidiger gegen Sätze wie:

„Das hat bestimmt jemand anders entschieden.“

Lang lebe die Dokumentation!


PS:
Und denkt immer daran:

Wer dokumentiert, schreibt Geschichte.

Während alle anderen später versuchen, ihre Geschichte umzuschreiben.

2 months ago |[YT] | 2