Ich sitze in einem Biberschutzgebiet, direkt neben meinem Zeltplatz. Holland. 75 Kilometer heute. Eine echt starke Etappe. Und trotzdem ist es gerade nicht die Leistung, die zÀhlt. Es ist dieser Moment.
Benny liegt neben mir, ruhig, zufrieden. Und ich... ich bin es auch. Nicht dieses oberflĂ€chliche âes ist grad ganz nettâ-ruhig. Sondern so richtig. Tief drin.
Vorhin flog ein Flugzeug ĂŒber mich hinweg. Und ich musste schlucken. Nicht, weil es so laut war. Sondern weil mir plötzlich klar wurde: Zum ersten Mal seit vier Jahren habe ich mich nicht gefragt, wo die wohl hinfliegen. Ob irgendwo die Sonne scheint. Obâs wĂ€rmer, leichter, weiter ist.
Es war mir einfach komplett scheiĂegal.
Weil ich genau da bin, wo ich sein will. Weil ich heute nichts vermisse. Nicht das Fernweh. Nicht das Weit-Weg-Sein. Nicht das âMehrâ. Ich bin da. Und ich bin glĂŒcklich.
980 Kilometer (Jungfernfahrt) liegen hinter mir. Von Nehren bei @radkutsche durch die Schweiz, durchs Elsass, bis hierher nach Bad Nauheim. Jungfernfahrt abgeschlossen. Akku leer? Ganz im Gegenteil.
Eigentlich sollte der Start in Husum sein â schön nordisch, mit frischem Wind und Möwengeschrei. Aber der Transport an die NordseekĂŒste wollte sich nicht ergeben. Stattdessen: direkt weiter, straight randwĂ€rts. Und die neue Etappe hatâs in sich.
Von Bad Nauheim gehtâs jetzt Richtung Nordwesten. Mein Ziel: DĂŒnnkirchen (Dunkerque) an der französischen KanalkĂŒste. Und ab da: rĂŒber auf die Inseln â GroĂbritannien, Irland, Schottland, Wales. Der Sommer ruft.
Doch bevor der Ărmelkanal in Sichtweite kommt, brauche ich euch:
Kennt ihr spannende Orte oder Menschen zwischen Bad Nauheim und DĂŒnnkirchen? Projekte, Höfe, Initiativen, WaldgĂ€rten, PermakulturtrĂ€umer, Menschen mit Haltung? Oder ganz einfach: einen Platz zum Schlafen? Besonders in Belgien suche ich Tipps fĂŒr Ăbernachtung und Kontakte.
Und noch was: Ich suche Hilfe fĂŒr meine Website â ich möchte dort eine interaktive Karte einbauen, auf der alle Stationen meiner bisherigen Route sichtbar sind. Wer kann sowas? Meldet euch gern!
Diese Reise ist mehr als nur ein Trip mit dem Lastenrad. Sie ist Begegnung, Bewegung, eine verdammt reale Utopie auf zwei RĂ€dern.
Morgen ist es endlich soweit â RandwĂ€rts startet! đČđđ¶đ€đ
Leute, ich kann kaum in Worte fassen, wie aufgeregt ich bin. Es fĂŒhlt sich an, als hĂ€tte ich tausend kleine Lagerfeuer in mir, so sehr kribbelt mein ganzer Körper. Seit Wochen bereite ich mich auf diesen Moment vor, und jetzt, da es nur noch ein paar Stunden sind, habe ich das GefĂŒhl, jeden Moment losrennen zu wollen.
WĂ€hrend ich hier fast ĂŒberkoche vor Vorfreude, steht Benny neben mir â völlig tiefenentspannt, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen. Viele haben mich gefragt, ob er das Ganze ĂŒberhaupt mitmacht. Letzte Woche waren wir beim Tierarzt: Ein Rundum-Check, beste Gesundheit, topfit! Benny liebt jede Art von Fahren: ob Auto, Zug oder jetzt das Lastenfahrrad. FĂŒr ihn ist das Leben auf RĂ€dern einfach das GröĂte.
Morgen gibtâs sogar eine kleine Pressekonferenz, und ich bin echt gespannt, wie das wird. Ich hoffe, ich behalte einen kĂŒhlen Kopf â Benny wird sicher wieder seinen Coolnessfaktor 1000 raushĂ€ngen lassen. Er hat wahrscheinlich noch gar keine Ahnung, was da auf ihn zukommt. Aber ganz ehrlich? Ich weiĂ es selbst nicht so genau. RandwĂ€rts ist nicht einfach nur eine Tour â es ist das Abenteuer meines Lebens.
Ich werde Europa umrunden, Menschen treffen, ihre Geschichten erzÀhlen und Projekte portrÀtieren, die mich inspirieren. Ich möchte lernen, dokumentieren und die Welt aus einer neuen Perspektive erleben. Und Benny? Der ist einfach dabei, wo immer es hingeht.
Also drĂŒckt uns die Daumen, dass morgen alles glattlĂ€uft. Ich bin so dankbar fĂŒr all die UnterstĂŒtzung, die ich bisher bekommen habe, und kann es kaum erwarten, euch auf die Reise mitzunehmen. Ein letztes Durchatmen heute Abend â und dann heiĂt es: RandwĂ€rts!
"So, das warâs dann also." Heute war ich beim Notar in Kronach, habe ein paar BlĂ€tter Papier unterschrieben â und damit offiziell meinen geliebten Waldgarten verkauft. Ein Ort, den ich mit eigenen HĂ€nden aufgebaut habe, ein StĂŒck Erde, das mich geprĂ€gt hat. Jahrelang habe ich hier geschuftet, gepflanzt, geerntet, philosophiert. Und jetzt? Zack, ein paar Unterschriften, ein paar trockene SĂ€tze â und das Kapitel ist abgeschlossen.
Es fĂŒhlt sich seltsam an. Kein Einachser mehr, der ĂŒber die Wege knattert. Kein Feuer in der Lichtung, kein Duft nach nasser Erde nach einem Sommergewitter. Aber ich weiĂ: Der Garten ist in guten HĂ€nden, und das ist das Wichtigste.
Und ich? Ich bin bereit fĂŒr das nĂ€chste groĂe Abenteuer. Noch eine Woche bis RandwĂ€rts. Kein fester Boden mehr unter den FĂŒĂen, sondern StraĂen, Geschichten, Begegnungen. Ich werde reisen, dokumentieren, lernen. Ich werde neue Wege gehen â wortwörtlich und im ĂŒbertragenen Sinne.
Heute habe ich losgelassen. Und bald halte ich Neues fest.
Hinter dem Zaun eine HĂŒtte, dahinter eine Zeit, die sich nicht festhalten lĂ€sst.
Daneben ein Baum, der sich weigert zu fallen. Vielleicht aus Trotz. Vielleicht, weil er noch etwas sagen will.
Er war nie dafĂŒr gemacht, hier alt zu werden. Fichten in Monokulturen sind keine BĂ€ume, sie sind Rohstoffe. Sie wachsen, bis sie gefĂ€llt werden â oder bis die Natur sich holt, was ihr nie gehörte.
Jetzt steht er allein. Und der Zaun? Der bewacht nur noch eine Vergangenheit, die lÀngst vergangen ist.
Denn eines steht fest: Die Zukunft lĂ€sst sich nicht abschlieĂen.
Vier Jahre lang war der Wald mein zweites Zuhause â ein Ort, an dem ich mit Kindern, Familien und auch Touristen aus ganz Deutschland (und manchmal sogar aus dem Ausland) die Wildnis erkundet habe. Wir haben Spuren gelesen, Feuer gemacht und gelernt, die Natur mit Respekt zu behandeln. So oft habe ich staunende Augen gesehen, wenn ein Kind zum ersten Mal Funken schlug oder einen Fuchsbaueingang entdeckte. Manchmal kam es mir vor, als wĂŒrden wir alle gemeinsam wieder lernen zu staunen, wie wir es als Kinder getan haben.
Heute war mein letzter Tag mit einer Kindergruppe hier, und wĂ€hrend ich meine AusrĂŒstung zusammenpackte, merkte ich, wie mir plötzlich die Kehle eng wurde. Dieser Wald, der einmal so dicht war, dass man das Dorf nicht sehen konnte, hat sich verĂ€ndert. Der BorkenkĂ€fer und der Klimawandel haben ihre Spuren hinterlassen â jetzt öffnet sich zwischen den BĂ€umen ein Blick, der frĂŒher von Fichten verdeckt war. Und so, wie der Wald sich gewandelt hat, wandelt sich auch mein Leben.
Ich bin unendlich dankbar fĂŒr all die Begegnungen, die ich hier hatte. Dankbar fĂŒr Kinder, die nach einem Tag im Wald gar nicht mehr wegwollten, fĂŒr Eltern, die erkannt haben, dass man gar nicht so viel braucht, um glĂŒcklich zu sein, und fĂŒr Reisende, die mit offenen Herzen hierherkamen. Ein besonderer Dank geht an Michael Wunder, den zweiten BĂŒrgermeister von Nordhalben, der mir all diese Jahre das Vertrauen geschenkt hat, seinen Wald fĂŒr meine Kurse zu nutzen. Das ist alles andere als selbstverstĂ€ndlich.
Jetzt beginnt RandwĂ€rts â ein neues Kapitel, ein neues Abenteuer. WĂ€hrend ich die letzte Glut im Feuer löschte, spĂŒrte ich sowohl Wehmut als auch Aufbruchslust. Eine TrĂ€ne im Augenwinkel, ein LĂ€cheln auf den Lippen. So fĂŒhlt es sich an, wenn man Abschied nimmt, um etwas Neues zu beginnen.
âGibt es auch Dinge, die dich wirklich freuen?" Diese Frage erreichte mich kĂŒrzlich. Es stimmt, ich neige dazu, auf die Probleme der Welt einzugehen, und ja, das ist Teil meines Aktivismus. Aber das heiĂt nicht, dass ich nicht auch die schönen Momente schĂ€tze. Heute möchte ich genau das teilen, was mich zur Zeit antreibt und motiviert. Ich freue mich, dass jetzt alles unter Dach und Fach ist. Am 19. MĂ€rz starte ich mit RandwĂ€rts! Ich werde mit meinem Lastenfahrrad entlang Europas Grenzen radel, um zu zeigen, dass es immer einen Weg gibt, sich fĂŒr die Welt einzusetzen. Ich freue mich ĂŒber die vielen Menschen, die sich immer mehr politisch engagieren, und dass wir zusammen gegen die wachsende rechte Gefahr ankĂ€mpfen. Ich freue mich darĂŒber, dass ich so viele tolle UnterstĂŒtzerlnnen und SponsorenInnen gefunden habe, die mein Projekt möglich machen. Und vor allem freue ich mich, dass ich in den letzten Wochen so viele positive RĂŒckmeldungen bekommen habe. Ihr seid der Grund, warum ich jeden Tag mit voller Energie in den Tag starte. Ich bin fit, ich bin motiviert, und ich bin bereit, loszulegen. RandwĂ€rts wird mein gröĂtes Abenteuer, und ich kann es kaum erwarten, am 19. MĂ€rz zu starten. Es wird einfach mega!
Mein zukĂŒnftiges Lastenrad steht fest! đŽââïžâ€ïžđŸâš Das Radkutsche RAPID wird das HerzstĂŒck von RANDWĂRTS â und ich freue mich riesig, euch mein Traumrad vorzustellen! Auf der Webseite von Radkutsche.de kann man sich sein Lastenrad im Konfigurator individuell zusammenstellen, und das habe ich natĂŒrlich getan.
đ Der Rahmen: leuchtet im originalen RadkutschengrĂŒn â ein kleines Dankeschön an die Firma Radkutsche fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung.
â€ïž Die Wanne: Die musste einfach rot sein. Ich weiĂ ja nicht, ob ich das schon mal erwĂ€hnt habe, aber ich liebe die Farbe Rot!
đ ïž Das Extra: Ein doppelter Boden kommt rein, damit ich dort zusĂ€tzliche AusrĂŒstung verstauen kann. Hier hoffe ich auf die Hilfe meines Freundes âȘ@magicwoodman666⏠â der Mann mit dem handwerklichen Geschick.
ZusĂ€tzlich wird mein RAPID hinten mit einem GepĂ€cktrĂ€ger und seitlichen Taschen ausgestattet. Vielleicht baue ich auch an der Wanne noch weitere Taschen an â Platz kann man schlieĂlich nie genug haben!
Jeder Beitrag zĂ€hlt, und ich freue mich ĂŒber jede UnterstĂŒtzung â egal ob groĂ oder klein. Und das Beste: Ab einer Spende von 100 Euro gibtâs eine kleine Ăberraschung, die ich persönlich an dich verschicken werde!
Vielen Dank an alle, die dieses Abenteuer möglich machen â sei es durch Worte, Taten oder UnterstĂŒtzung. Benny und ich können es kaum erwarten, mit euch zusammen Europa zu erkunden.
đ Wie gefĂ€llt euch mein zukĂŒnftiges GefĂ€hrt?
Ich prĂ€sentiere euch stolz das offizielle Logo von RANDWĂRTS â unserer Reise an die Grenzen Europas! Benny und ich sind im Mittelpunkt, eingerahmt von einem Fahrradreifen, der unsere kilometerlangen Strecken symbolisiert. Europa strahlt im Hintergrund, und auch meine Wurzeln â die Schweiz â ist vertreten.
đđŽđŸđšđ
Ein riesiges Dankeschön an die Firma @adler.tools die dieses groĂartige Logo fĂŒr uns gestaltet hat. Grossen Dank an die Firma @radkutsche und an alle, die uns bisher unterstĂŒtzt haben. Eure Hilfe macht diese Mission möglich!
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Wir brauchen euch! Jeder Beitrag ĂŒber meine GoFundMe-Kampagne hilft, dieses Abenteuer zu verwirklichen. Sei es fĂŒr AusrĂŒstung, Unterhalt oder einfach ein bisschen RĂŒckenwind auf der langen Strecke. Den Link zur GoFundMe-Kampagne findet ihr in meiner Bio. đâïžâïžđ
KĂŒrzlich wurde ich nach einem meiner BeitrĂ€ge als âkleiner Trotzkiâ bezeichnet â und das hat mich nachdenklich gemacht. Ist Kapitalismuskritik heute noch zeitgemÀà oder geht es nicht vielmehr um ein gesellschaftliches Problem, das ĂŒber das System hinausgeht? Ein Problem, das sich in der Jagd nach mehr â nach Besitz, Wachstum und Macht â zeigt? Der Kapitalismus, wie er ursprĂŒnglich gedacht war, basierte auf Unternehmertum, Risiko und Eigenverantwortung. Aber die meisten âKapitalistenâ sind keine groĂen Konzerne, sondern kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen, die mit FleiĂ ArbeitsplĂ€tze schaffen und fĂŒr ihre Familien sorgen. Ihnen möchte ich keine pauschale Kritik entgegenwerfen.
Es sind vielmehr die Systeme, die dieses Verhalten oft prĂ€gen â Systeme, die Wachstum und Konsum als MaĂstĂ€be fĂŒr Erfolg und GlĂŒck setzen. Erich Fromm sagte: âHaben oder Sein?â Die Frage ist heute relevanter denn je. In einer Welt, in der wir immer mehr besitzen wollen, verlieren wir leicht den Blick auf das, was uns wirklich erfĂŒllt: Das Sein. Der Kapitalismus mag uns die Mittel geben, Dinge zu besitzen, aber er gibt uns nicht den tieferen Sinn. Stattdessen wird der Wert eines Menschen oft an dem gemessen, was er besitzt, statt an dem, was er ist.
Es geht also nicht nur um den Kapitalismus als System, sondern um die Werte, die sich darin manifestieren. Die Gier nach mehr, der Drang nach Erfolg und das Streben nach Besitz â diese Werte haben sich tief in der Gesellschaft verankert, auch bei uns. Die Kapitalismuskritik sollte nicht nur das System in den Blick nehmen, sondern auch diese Werte hinterfragen.
Kritiker wie Adorno sagten schon frĂŒh, dass der Kapitalismus nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur prĂ€gt. In einer kapitalistischen Gesellschaft wird alles zur Ware â sogar Menschlichkeit und Umwelt. Kapitalismuskritik bleibt notwendig, aber sie muss gegen die SpĂ€tfolgen dieses Systems gerichtet sein.
Deshalb frage ich mich: Ist Kapitalismuskritik noch gerechtfertigt oder mĂŒssen wir nicht vielmehr die Werte hinterfragen, die diesem System zugrunde liegen? Was denkt ihr?
Der Rusticus
RandwÀrts Tag 7:
Ich sitze in einem Biberschutzgebiet, direkt neben meinem Zeltplatz. Holland. 75 Kilometer heute. Eine echt starke Etappe. Und trotzdem ist es gerade nicht die Leistung, die zÀhlt. Es ist dieser Moment.
Benny liegt neben mir, ruhig, zufrieden. Und ich... ich bin es auch. Nicht dieses oberflĂ€chliche âes ist grad ganz nettâ-ruhig. Sondern so richtig. Tief drin.
Vorhin flog ein Flugzeug ĂŒber mich hinweg. Und ich musste schlucken. Nicht, weil es so laut war. Sondern weil mir plötzlich klar wurde: Zum ersten Mal seit vier Jahren habe ich mich nicht gefragt, wo die wohl hinfliegen. Ob irgendwo die Sonne scheint. Obâs wĂ€rmer, leichter, weiter ist.
Es war mir einfach komplett scheiĂegal.
Weil ich genau da bin, wo ich sein will. Weil ich heute nichts vermisse. Nicht das Fernweh. Nicht das Weit-Weg-Sein. Nicht das âMehrâ. Ich bin da. Und ich bin glĂŒcklich.
Ein Moment, wie gemalt. Wie still. Wie selten.
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#RandwĂ€rts #holland #zufriedenundglĂŒcklich
8 months ago | [YT] | 9
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Der Rusticus
RandwĂ€rts Update! đČ
980 Kilometer (Jungfernfahrt) liegen hinter mir. Von Nehren bei @radkutsche durch die Schweiz, durchs Elsass, bis hierher nach Bad Nauheim. Jungfernfahrt abgeschlossen. Akku leer? Ganz im Gegenteil.
Eigentlich sollte der Start in Husum sein â schön nordisch, mit frischem Wind und Möwengeschrei. Aber der Transport an die NordseekĂŒste wollte sich nicht ergeben. Stattdessen: direkt weiter, straight randwĂ€rts. Und die neue Etappe hatâs in sich.
Von Bad Nauheim gehtâs jetzt Richtung Nordwesten. Mein Ziel: DĂŒnnkirchen (Dunkerque) an der französischen KanalkĂŒste. Und ab da: rĂŒber auf die Inseln â GroĂbritannien, Irland, Schottland, Wales. Der Sommer ruft.
Doch bevor der Ărmelkanal in Sichtweite kommt, brauche ich euch:
Kennt ihr spannende Orte oder Menschen zwischen Bad Nauheim und DĂŒnnkirchen? Projekte, Höfe, Initiativen, WaldgĂ€rten, PermakulturtrĂ€umer, Menschen mit Haltung? Oder ganz einfach: einen Platz zum Schlafen? Besonders in Belgien suche ich Tipps fĂŒr Ăbernachtung und Kontakte.
Und noch was: Ich suche Hilfe fĂŒr meine Website â ich möchte dort eine interaktive Karte einbauen, auf der alle Stationen meiner bisherigen Route sichtbar sind. Wer kann sowas? Meldet euch gern!
Diese Reise ist mehr als nur ein Trip mit dem Lastenrad.
Sie ist Begegnung, Bewegung, eine verdammt reale Utopie auf zwei RĂ€dern.
RandwĂ€rts lebt vom Unterwegssein â und von euch.
Danke, dass ihr dabei seid.
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#fahrradreise #bikepacking #nachhaltigleben #permakultur #slowtravel #europaentdecken #reiseabenteuer #randwÀrts #communitypower #unterwegssein #belgien #deutschland #holland
8 months ago | [YT] | 11
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Der Rusticus
Morgen ist es endlich soweit â RandwĂ€rts startet!
đČđđ¶đ€đ
Leute, ich kann kaum in Worte fassen, wie aufgeregt ich bin. Es fĂŒhlt sich an, als hĂ€tte ich tausend kleine Lagerfeuer in mir, so sehr kribbelt mein ganzer Körper. Seit Wochen bereite ich mich auf diesen Moment vor, und jetzt, da es nur noch ein paar Stunden sind, habe ich das GefĂŒhl, jeden Moment losrennen zu wollen.
WĂ€hrend ich hier fast ĂŒberkoche vor Vorfreude, steht Benny neben mir â völlig tiefenentspannt, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen. Viele haben mich gefragt, ob er das Ganze ĂŒberhaupt mitmacht. Letzte Woche waren wir beim Tierarzt: Ein Rundum-Check, beste Gesundheit, topfit! Benny liebt jede Art von Fahren: ob Auto, Zug oder jetzt das Lastenfahrrad. FĂŒr ihn ist das Leben auf RĂ€dern einfach das GröĂte.
Morgen gibtâs sogar eine kleine Pressekonferenz, und ich bin echt gespannt, wie das wird. Ich hoffe, ich behalte einen kĂŒhlen Kopf â Benny wird sicher wieder seinen Coolnessfaktor 1000 raushĂ€ngen lassen. Er hat wahrscheinlich noch gar keine Ahnung, was da auf ihn zukommt. Aber ganz ehrlich? Ich weiĂ es selbst nicht so genau. RandwĂ€rts ist nicht einfach nur eine Tour â es ist das Abenteuer meines Lebens.
Ich werde Europa umrunden, Menschen treffen, ihre Geschichten erzÀhlen und Projekte portrÀtieren, die mich inspirieren. Ich möchte lernen, dokumentieren und die Welt aus einer neuen Perspektive erleben. Und Benny? Der ist einfach dabei, wo immer es hingeht.
Also drĂŒckt uns die Daumen, dass morgen alles glattlĂ€uft. Ich bin so dankbar fĂŒr all die UnterstĂŒtzung, die ich bisher bekommen habe, und kann es kaum erwarten, euch auf die Reise mitzunehmen. Ein letztes Durchatmen heute Abend â und dann heiĂt es: RandwĂ€rts!
Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch schon voll gespannt auf RandwÀrts?
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#RandwÀrts #Bikepacking #labrador #hund
9 months ago | [YT] | 12
View 3 replies
Der Rusticus
"So, das warâs dann also." Heute war ich beim Notar in Kronach, habe ein paar BlĂ€tter Papier unterschrieben â und damit offiziell meinen geliebten Waldgarten verkauft. Ein Ort, den ich mit eigenen HĂ€nden aufgebaut habe, ein StĂŒck Erde, das mich geprĂ€gt hat. Jahrelang habe ich hier geschuftet, gepflanzt, geerntet, philosophiert. Und jetzt? Zack, ein paar Unterschriften, ein paar trockene SĂ€tze â und das Kapitel ist abgeschlossen.
Es fĂŒhlt sich seltsam an. Kein Einachser mehr, der ĂŒber die Wege knattert. Kein Feuer in der Lichtung, kein Duft nach nasser Erde nach einem Sommergewitter. Aber ich weiĂ: Der Garten ist in guten HĂ€nden, und das ist das Wichtigste.
Und ich? Ich bin bereit fĂŒr das nĂ€chste groĂe Abenteuer. Noch eine Woche bis RandwĂ€rts. Kein fester Boden mehr unter den FĂŒĂen, sondern StraĂen, Geschichten, Begegnungen. Ich werde reisen, dokumentieren, lernen. Ich werde neue Wege gehen â wortwörtlich und im ĂŒbertragenen Sinne.
Heute habe ich losgelassen. Und bald halte ich Neues fest.
10 months ago | [YT] | 6
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Der Rusticus
Was bleibt
Hinter dem Zaun eine HĂŒtte, dahinter eine Zeit, die sich nicht festhalten lĂ€sst.
Daneben ein Baum, der sich weigert zu fallen. Vielleicht aus Trotz. Vielleicht, weil er noch etwas sagen will.
Er war nie dafĂŒr gemacht, hier alt zu werden. Fichten in Monokulturen sind keine BĂ€ume, sie sind Rohstoffe. Sie wachsen, bis sie gefĂ€llt werden â oder bis die Natur sich holt, was ihr nie gehörte.
Jetzt steht er allein. Und der Zaun? Der bewacht nur noch eine Vergangenheit, die lÀngst vergangen ist.
Denn eines steht fest: Die Zukunft lĂ€sst sich nicht abschlieĂen.
10 months ago | [YT] | 7
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Der Rusticus
Vier Jahre lang war der Wald mein zweites Zuhause â ein Ort, an dem ich mit Kindern, Familien und auch Touristen aus ganz Deutschland (und manchmal sogar aus dem Ausland) die Wildnis erkundet habe. Wir haben Spuren gelesen, Feuer gemacht und gelernt, die Natur mit Respekt zu behandeln. So oft habe ich staunende Augen gesehen, wenn ein Kind zum ersten Mal Funken schlug oder einen Fuchsbaueingang entdeckte. Manchmal kam es mir vor, als wĂŒrden wir alle gemeinsam wieder lernen zu staunen, wie wir es als Kinder getan haben.
Heute war mein letzter Tag mit einer Kindergruppe hier, und wĂ€hrend ich meine AusrĂŒstung zusammenpackte, merkte ich, wie mir plötzlich die Kehle eng wurde. Dieser Wald, der einmal so dicht war, dass man das Dorf nicht sehen konnte, hat sich verĂ€ndert. Der BorkenkĂ€fer und der Klimawandel haben ihre Spuren hinterlassen â jetzt öffnet sich zwischen den BĂ€umen ein Blick, der frĂŒher von Fichten verdeckt war. Und so, wie der Wald sich gewandelt hat, wandelt sich auch mein Leben.
Ich bin unendlich dankbar fĂŒr all die Begegnungen, die ich hier hatte. Dankbar fĂŒr Kinder, die nach einem Tag im Wald gar nicht mehr wegwollten, fĂŒr Eltern, die erkannt haben, dass man gar nicht so viel braucht, um glĂŒcklich zu sein, und fĂŒr Reisende, die mit offenen Herzen hierherkamen. Ein besonderer Dank geht an Michael Wunder, den zweiten BĂŒrgermeister von Nordhalben, der mir all diese Jahre das Vertrauen geschenkt hat, seinen Wald fĂŒr meine Kurse zu nutzen. Das ist alles andere als selbstverstĂ€ndlich.
Jetzt beginnt RandwĂ€rts â ein neues Kapitel, ein neues Abenteuer. WĂ€hrend ich die letzte Glut im Feuer löschte, spĂŒrte ich sowohl Wehmut als auch Aufbruchslust. Eine TrĂ€ne im Augenwinkel, ein LĂ€cheln auf den Lippen. So fĂŒhlt es sich an, wenn man Abschied nimmt, um etwas Neues zu beginnen.
10 months ago | [YT] | 8
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Der Rusticus
âGibt es auch Dinge, die dich wirklich freuen?" Diese Frage erreichte mich kĂŒrzlich. Es stimmt, ich neige dazu, auf die Probleme der Welt einzugehen, und ja, das ist Teil meines Aktivismus. Aber das heiĂt nicht, dass ich nicht auch die schönen Momente schĂ€tze. Heute möchte ich genau das teilen, was mich zur Zeit antreibt und motiviert. Ich freue mich, dass jetzt alles unter Dach und Fach ist. Am 19. MĂ€rz starte ich mit RandwĂ€rts! Ich werde mit meinem Lastenfahrrad entlang Europas Grenzen radel, um zu zeigen, dass es immer einen Weg gibt, sich fĂŒr die Welt einzusetzen. Ich freue mich ĂŒber die vielen Menschen, die sich immer mehr politisch engagieren, und dass wir zusammen gegen die wachsende rechte Gefahr ankĂ€mpfen. Ich freue mich darĂŒber, dass ich so viele tolle UnterstĂŒtzerlnnen und SponsorenInnen gefunden habe, die mein Projekt möglich machen. Und vor allem freue ich mich, dass ich in den letzten Wochen so viele positive RĂŒckmeldungen bekommen habe. Ihr seid der Grund, warum ich jeden Tag mit voller Energie in den Tag starte. Ich bin fit, ich bin motiviert, und ich bin bereit, loszulegen. RandwĂ€rts wird mein gröĂtes Abenteuer, und ich kann es kaum erwarten, am 19. MĂ€rz zu starten. Es wird einfach mega!
#RandwÀrts #ciclistaantifascista #Abenteuer #vorfreude #dankbarkeit #cyclepunks
10 months ago | [YT] | 6
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Der Rusticus
Mein zukĂŒnftiges Lastenrad steht fest!
đŽââïžâ€ïžđŸâš
Das Radkutsche RAPID wird das HerzstĂŒck von RANDWĂRTS â und ich freue mich riesig, euch mein Traumrad vorzustellen! Auf der Webseite von Radkutsche.de kann man sich sein Lastenrad im Konfigurator individuell zusammenstellen, und das habe ich natĂŒrlich getan.
đ Der Rahmen: leuchtet im originalen RadkutschengrĂŒn â ein kleines Dankeschön an die Firma Radkutsche fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung.
â€ïž Die Wanne: Die musste einfach rot sein. Ich weiĂ ja nicht, ob ich das schon mal erwĂ€hnt habe, aber ich liebe die Farbe Rot!
đ ïž Das Extra: Ein doppelter Boden kommt rein, damit ich dort zusĂ€tzliche AusrĂŒstung verstauen kann. Hier hoffe ich auf die Hilfe meines Freundes âȘ@magicwoodman666⏠â der Mann mit dem handwerklichen Geschick.
ZusĂ€tzlich wird mein RAPID hinten mit einem GepĂ€cktrĂ€ger und seitlichen Taschen ausgestattet. Vielleicht baue ich auch an der Wanne noch weitere Taschen an â Platz kann man schlieĂlich nie genug haben!
Willst du Teil von RANDWĂRTS sein?
Link zu meinem GoFundMe-Projekt:
gofund.me/a4d8a2b0
Jeder Beitrag zĂ€hlt, und ich freue mich ĂŒber jede UnterstĂŒtzung â egal ob groĂ oder klein.
Und das Beste: Ab einer Spende von 100 Euro gibtâs eine kleine Ăberraschung, die ich persönlich an dich verschicken werde!
Vielen Dank an alle, die dieses Abenteuer möglich machen â sei es durch Worte, Taten oder UnterstĂŒtzung. Benny und ich können es kaum erwarten, mit euch zusammen Europa zu erkunden.
đ Wie gefĂ€llt euch mein zukĂŒnftiges GefĂ€hrt?
#RandwÀrts #AbenteuerEuropa #LastenradLiebe #Radkutsche #Bikepacking #GrenzenlosEntdecken
1 year ago | [YT] | 6
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Der Rusticus
Ich prĂ€sentiere euch stolz das offizielle Logo von RANDWĂRTS â unserer Reise an die Grenzen Europas! Benny und ich sind im Mittelpunkt, eingerahmt von einem Fahrradreifen, der unsere kilometerlangen Strecken symbolisiert. Europa strahlt im Hintergrund, und auch meine Wurzeln â die Schweiz â ist vertreten.
đđŽđŸđšđ
Ein riesiges Dankeschön an die Firma @adler.tools die dieses groĂartige Logo fĂŒr uns gestaltet hat. Grossen Dank an die Firma @radkutsche und an alle, die uns bisher unterstĂŒtzt haben. Eure Hilfe macht diese Mission möglich!
đ„°đ„°đ„°đ
Wir brauchen euch! Jeder Beitrag ĂŒber meine GoFundMe-Kampagne hilft, dieses Abenteuer zu verwirklichen. Sei es fĂŒr AusrĂŒstung, Unterhalt oder einfach ein bisschen RĂŒckenwind auf der langen Strecke.
Den Link zur GoFundMe-Kampagne findet ihr in meiner Bio. đâïžâïžđ
GoFundMe Link: gofund.me/0771b6aa
Danke an alle, die bereits ein Teil von RANDWĂRTS sind!
đïžđđŽđŸ
1 year ago | [YT] | 7
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Der Rusticus
KĂŒrzlich wurde ich nach einem meiner BeitrĂ€ge als âkleiner Trotzkiâ bezeichnet â und das hat mich nachdenklich gemacht. Ist Kapitalismuskritik heute noch zeitgemÀà oder geht es nicht vielmehr um ein gesellschaftliches Problem, das ĂŒber das System hinausgeht? Ein Problem, das sich in der Jagd nach mehr â nach Besitz, Wachstum und Macht â zeigt? Der Kapitalismus, wie er ursprĂŒnglich gedacht war, basierte auf Unternehmertum, Risiko und Eigenverantwortung. Aber die meisten âKapitalistenâ sind keine groĂen Konzerne, sondern kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen, die mit FleiĂ ArbeitsplĂ€tze schaffen und fĂŒr ihre Familien sorgen. Ihnen möchte ich keine pauschale Kritik entgegenwerfen.
Es sind vielmehr die Systeme, die dieses Verhalten oft prĂ€gen â Systeme, die Wachstum und Konsum als MaĂstĂ€be fĂŒr Erfolg und GlĂŒck setzen. Erich Fromm sagte: âHaben oder Sein?â Die Frage ist heute relevanter denn je. In einer Welt, in der wir immer mehr besitzen wollen, verlieren wir leicht den Blick auf das, was uns wirklich erfĂŒllt: Das Sein. Der Kapitalismus mag uns die Mittel geben, Dinge zu besitzen, aber er gibt uns nicht den tieferen Sinn. Stattdessen wird der Wert eines Menschen oft an dem gemessen, was er besitzt, statt an dem, was er ist.
Es geht also nicht nur um den Kapitalismus als System, sondern um die Werte, die sich darin manifestieren. Die Gier nach mehr, der Drang nach Erfolg und das Streben nach Besitz â diese Werte haben sich tief in der Gesellschaft verankert, auch bei uns. Die Kapitalismuskritik sollte nicht nur das System in den Blick nehmen, sondern auch diese Werte hinterfragen.
Kritiker wie Adorno sagten schon frĂŒh, dass der Kapitalismus nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur prĂ€gt. In einer kapitalistischen Gesellschaft wird alles zur Ware â sogar Menschlichkeit und Umwelt. Kapitalismuskritik bleibt notwendig, aber sie muss gegen die SpĂ€tfolgen dieses Systems gerichtet sein.
Deshalb frage ich mich: Ist Kapitalismuskritik noch gerechtfertigt oder mĂŒssen wir nicht vielmehr die Werte hinterfragen, die diesem System zugrunde liegen? Was denkt ihr?
1 year ago | [YT] | 2
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